KGSt Dokumentdetails

Der demografische Wandel in Kommunalverwaltungen. Strategische Ausrichtung und Handlungsansätze des Finanzmanagements (6/2014)

Bewertung

Durchschnitt (0 Stimmen)

Beschreibung

Für die Auswirkungen der demografischen Veränderungen auf den kommunalen Haushalt sind drei Faktoren entscheidend, die das Finanzmanagement im Auge haben sollte:
  • das Ausmaß der demografischen Veränderungen,
  • die Empfindlichkeit bzw. Robustheit der Aufgabenerfüllung in den einzelnen Produktbereichen/-gruppen/Produkten gegenüber demografischen Veränderungen (Demografiesensitivität) und
  • die Anpassungsfähigkeit und -geschwindigkeit der Budgets an demografische Veränderungen.
Dem Leitbild einer generationengerechten Haushaltswirtschaft stehen finanzielle Risiken der demografischen Entwicklung gegenüber, die jedoch eingrenzbar oder beherrschbar sind, sich letztlich sogar als Chance für eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung erweisen können.

Das Finanzmanagement muss zur Unterstützung notwendiger Anpassungsprozesse
  • vorhandene Planungsverfahren und -instrumente um demografierelevante Aspekte ergänzen,
  • frühzeitig in die Neuplanung oder in die Weiterentwicklung bestehender Produkt- und Infrastrukturangebote eingebunden werden, um finanzrelevante Auswirkungen zu steuern, und dazu
  • gegenüber der Fachverwaltung, der Politik, Bürgern/Einwohnern und der Wirtschaft Transparenz herstellen und Fakten kommunizieren, um ein Bewusstsein für Chancen und Risiken des demografischen Wandels für die finanzielle Entwicklung der Kommune zu fördern.
  • Haushaltskonsolidierungsprogramme mit einer strategischen Haushaltsplanung absichern: eine fachübergreifende Verständigung über langfristige Entwicklungsziele und inhaltliche Handlungserfordernisse bildet den Kern für eine verstärkte Prüfung der finanziellen Tragfähigkeit von Investitionen oder Handlungsprogrammen (einschließlich der Folgekosten) in Entscheidungsprozessen.
Das Zeitfenster für erfolgreiche Anpassungsprozesse und Haushaltskonsolidierung ist voraussichtlich eng: Neben derzeit hohen Steuererträgen und niedrigen Kreditzinsen stehen in den nächsten zehn Jahren einem relativ hohen Anteil an Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung bereits weniger Kinder und noch nicht so viele alte Menschen gegenüber. Vor diesem Hintergrund sollten auch Kommunen mit sinkenden Einwohnerzahlen und angespannter Haushaltslage eine Chance für eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung sehen und diese ergreifen.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Dott, Beatrice
20140516A0021
Bericht 6/2014
11.05.2014
1179kb