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Gelebtes "Wir" in der Schloss-Stadt Hückeswagen. Den Wandel gestalten statt verwalten (12/2014)

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Beschreibung

Dieser Report berichtet über die erfolgreiche Umgestaltung in der Stadt Hückeswagen hin zu einer neuen Art des "Miteinander". Der dortige Weg unterscheidet sich deutlich von anderen Kommunen.

Statt einzelne Projekte aneinander zu reihen, wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem Teilprojekte nicht Selbstzweck sind, sondern Bausteine auf dem Weg zu einer neuen Beziehungs- und Kommunikationskultur in der örtlichen Gemeinschaft. Diese Umgestaltung ist wiederum die Grundlage zur nachhaltigen Eindämmung der finanziellen Probleme der Vergangenheit. Drei Oberziele wurden daher definiert:

  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements,
  • Entwicklung zur unternehmerfreundlichen Kommune und
  • Schaffung eines Wir-Gefühls zwischen Stadt, Verwaltung und Politik.

Dazu wurden zunächst die Grundlagen geschaffen, indem mehr Transparenz durch Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements geschaffen wurde und die Verwaltung eine optimierte Organisationsstruktur erhielt. Die strategische Ausrichtung geschah u.a. durch die Neustrukturierung interner Prozesse, die letztendlich in eine Zertifizierung als mittelstandfreundliche Verwaltung mündete. Zudem entwickelte die Mitarbeiterschaft das Leitbild "Gestalten statt verwalten", das die Verwaltungsführung zum § 1 der allgemeinen Geschäftsanweisung Hückeswagen erklärte.

Es schlossen sich verschiedene Projekte auf der Fachebene an, beispielsweise die Entwicklung eines Bürgerbades, das Modellprojekt Shared Services mit mehreren Unterprojekten, das Online-Bürgerkonto, betriebliches Gesundheitsmanagement, Geschäftsprozessoptimierung und Strategiemanagement.

Das Vorgehen in Hückeswagen zeigte die gewünschten Wirkungen:

  • Zahlreiche Projekte wurden und werden von Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam durchgeführt.
  • Die Zahl der Arbeitsplätze im Ort erhöhte sich spürbar.
  • Die Verwaltung agiert heute serviceorientiert.
  • Die Haushaltslage wurde positiv beeinflusst.

Die Erfahrung aus Hückeswagen zeigt, dass auch langjährig tradierte Verhaltensmuster durchbrochen werden können. Notwendig ist mitunter eher eine Änderung von Einstellungen und Prozessen als finanzielle Investitionen. Allerdings erfordert ein solches Bestreben viel Energie und Einsatz auf Seiten der Verwaltung.

Und es ist zu konstatieren, dass kleine Kommunen keine Angst vor solch tief greifenden Änderungen und damit verbundenen Prozesse haben müssen. Im Gegenteil, ihre im Verhältnis zu Großstädten größere Flexibilität und der ausgeprägtere lokale Bezug der Bevölkerung zu ihrem Wohnort sind als Vorteile zu werten.

"Dreh- und Angelpunkt für den Umgestaltungsprozess ist der Faktor "Leidenschaft": Nur wer für eine Sache brennt, sich für sie begeistert, wird mit viel Energie seinen Teil zum Erfolg beisteuern. Es ist wie im Fußball: Die Technik beherrschen alle Top-Teams, doch nur die, die mit Leidenschaft ins Match gehen, werden gewinnen."
Uwe Ufer, Bürgermeister der Stadt Hückeswagen 2004 bis 2013

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Junker, Andreas; Grossenbacher, Elke
20140715A0021
Report 12/2014
12.07.2014
2536kb