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Förderung der psychischen Gesundheit – Teil 2. Gefährdungsbeurteilung (13/2015)

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Beschreibung

Psychische Erkrankungen verursachen – im Vergleich zu anderen Erkrankungen – die längsten Fehlzeiten und die höchsten Kosten. Die KGSt empfiehlt, bei der Förderung der psychischen Gesundheit ganzheitlich vorzugehen. Dies gelingt, indem einerseits Ressourcen aufgebaut und andererseits Gefährdungen abgebaut werden.

Das Thema "Förderung der psychischen Gesundheit" ist daher in zwei Berichten beschrieben. Der erste KGSt-Bericht "Förderung der psychischen Gesundheit – Teil 1: Strategischer Prozess" (9/2015) versteht sich als Grundlagenbericht. Er beschreibt den Managementprozess zur Förderung der psychischen Gesundheit im Rahmen der Personal- und Organisationsentwicklung.

Dieser KGSt-Bericht konzentriert sich auf den Einsatz der Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf psychische Gefährdungen. Er stellt den Prozessverlauf (Analyseverfahren, Entwicklung, Durchführung von Maßnahmen, Evaluierung, Dokumentation) einer Gefährdungsbeurteilung dar. Der Bericht zeigt auf, wie die Verknüpfung zum strategischen Prozess der Förderung psychischer Gesundheit gelingen kann, beschreibt die Rollen der verantwortlichen Akteure. Darauf aufbauend erläutert er Vor- und Nachteile unterschiedlicher Analyseverfahren psychischer Gefährdungen auf der Basis kommunaler Praxisbeispiele und benennt  Erfolgsfaktoren für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung.

Während "psychische Belastungen" im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung in der Vergangenheit oftmals nebensächlich beurteilt wurden, nahm der Gesetzgeber den Begriff am 25. Oktober 2013 explizit in das Arbeitsschutzgesetz auf. Dies hat konkrete Auswirkungen: Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, neben den physischen Belastungen auch psychische Belastungsfaktoren in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen.

Durch die Aufnahme der psychischen Belastungen in das Arbeitsschutzgesetz hat der Gesetzgeber deutlich gemacht, dass der Prävention zur Förderung der psychischen Gesundheit deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist es, potenzielle Gefährdungen abzubauen, bevor sie sich negativ auf Menschen auswirken.

Ein weiteres Ziel der Prävention ist der Aufbau derjenigen Ressourcen, die Menschen gesund halten und sie dazu befähigen, mit Gefährdungen umzugehen. Das macht die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung im betrieblichen Gesundheitsmanagement deutlich: Nur mit dem Wissen über die potenziellen Gefährdungen im Rahmen der Arbeit lassen sich zielgerichtet Maßnahmen entwickeln, um benötigte Ressourcen bei den Beschäftigten aufzubauen.

Die Erfassung psychischer Gefährdungen erfordert eine systematische und differenzierteVorgehensweise. Da es eine Vielzahl an unterschiedlichen Analyseverfahren gibt, ist es notwendig, zuvor zu klären, was mit der Gefährdungsbeurteilung konkret in der jeweiligen Kommune erreicht werden soll. Der Bericht zeigt auf, welche Verfahren zur Analyse der psychischen Gefährdungen die am Bericht beteiligten Kommunen einsetzen.

Zu den Erfolgsfaktoren bei der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung zählt es, die Führungskräfte von Beginn an aktiv einzubeziehen. Nur so ist gewährleistet, dass die Ergebnisse der Analyse auch umgesetzt werden. Zudem gilt es, mögliche Ängste der Betroffenen bereits in der Vorbereitungsphase ernst zu nehmen und eine vertrauensvolle Atmosphäre bei der Durchführung zu schaffen.

Bei der Festlegung der Vorgehensweise, des Instrumentariums und der Entwicklung von Maßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollten die Personalvertretung, die Gleichstellungsbeauftragte und die Schwerbehindertenvertretung eingebunden werden. Wesentlich ist, keine Doppelstrukturen aufzubauen, sondern die Aktivitäten an örtlichen Strukturen und Prozessen des Arbeitsschutzes und des betrieblichen Gesundheitsmanagements auszurichten und hiermit zu vernetzen. Die auf diese Weise gewonnen Erkenntnisse müssen systematisch in die Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung einfließen.

 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Wieliki, Matthias
20151030A0016
Bericht 13/2015
28.10.2015
6405kb