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Kommunales Flüchtlingsmanagement. Leitfaden für die Kostenrechnung (4/2016)

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Beschreibung

Im Jahr 2015 haben ca. 1,1 Millionen Menschen das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland als Flüchtlinge erreicht. Versorgung und Integrationsmaßnahmen sind ohne Leistungen der Kommunen in Deutschland nicht denkbar. Dafür müssen Finanzmittel und weitere kommunale Ressourcen eingesetzt werden. Landes- und Bundesmittel fließen teilweise ein. Die Kommunen müssen zur Frage der Kosten aussagefähig sein. Bevor aber örtlich fundiert Kosten genannt werden können, ist ihre Ermittlung in einem nachvollziehbaren Verfahren sicherzustellen. Im Mittelpunkt des Berichts steht aus diesem Grund die Kosten- und Leistungsrechnung mit ihrer Aufgabe, vorrangig betriebswirtschaftliche Informationen zur Führungsunterstützung bereitzustellen.

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist flexibel gestaltbar und muss deshalb im Hinblick auf das Flüchtlingsmanagement zweckmäßig ausgestaltet und auch genutzt werden. Dazu ist sie zunächst auf Informationsziele der Führung auszurichten. Der Kostenerstattungsanspruch der Kommune gegenüber dem jeweiligen Land steht sicherlich in der Dringlichkeit ganz im Vordergrund, Informationen für die Planung, für kostenrechnerische Vergleiche und für Entscheidungen über Maßnahmen zur Kostensteuerung sind jedoch nicht minder bedeutsam. Die spezifisch relevante Ausgestaltung der Kosten- und Leistungsrechnung ist örtlich zu entscheiden, auch vor dem Hintergrund des damit verbundenen Aufwands.

Der Bericht zeigt auf, welche Entscheidungen zur Kostenerfassung, -verarbeitung und -auswertung im Vorfeld zu treffen sind. Als Flüchtlinge werden viele bezeichnet - die betroffenen Personengruppen sind zu unterscheiden, da diese nicht alle den gleichen Leistungsanspruch haben. Zu differenzieren ist ebenfalls zwischen den unterschiedlichen Leistungsansprüchen selbst sowie zwischen verschiedenen Zeiträumen des Leistungsanspruches. Ein Phasenmodell erweist sich als geeignete Grundlage zur Strukturierung.
 
Erst dann kann die kostenrechnerische Feinarbeit beginnen. Wesentliche Anforderungen an ein Kostenrechnungskonzept und Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung für das Flüchtlingsmanagement werden dargestellt und durch Kostenrechnungsmodelle aus der Praxis ergänzt, die durchaus auch konzeptionelle Alternativen berücksichtigen. Die unterschiedlichen Beispiele machen deutlich, dass die geeignete Ausgestaltung einer Kostenrechnung für das Flüchtlingsmanagement letztendlich abhängig von den länderspezifischen Rahmenbedingungen und den Sichtweisen vor Ort festzulegen ist.

Eine Herausforderung sind die vielen Organisationseinheiten, die von der Flüchtlingsversorgung und -betreuung - unmittelbar und mittelbar - betroffen sind. Diese sind in die Konzeption und Durchführung der Kosten- und Leistungsrechnung sowie in die kostenrechnerische Führungsberichterstattung einzubinden.

Fragen der Refinanzierung oder Erstattung der Kosten sind vor dem Hintergrund des haushaltsrechtlichen Wirtschaftlichkeitsgebots auf allen Ebenen zu beantworten. Für die kommunale Ebene bedeutet dies, Informationen aus der Kosten- und Leistungsrechnung zu nutzen, Möglichkeiten zur Kostenbeeinflussung zu identifizieren und Maßnahmen zur Kostensteuerung umzusetzen. Beispielhaft werden dazu Möglichkeiten genannt, über die im Einzelfall örtlich zu entscheiden ist.
 
 

Detail Informationen

Arbeitsergebnisse
KGSt
Dott, Beatrice
20160721A0016
Bericht 4/2016
21.07.2016
1801kb