Webcontent-Anzeige

egovernment Monitor 2019

"Und täglich grüßt das Murmeltier"

Die Initiative D21 hat den achten eGovernment MONITOR herausgebracht. Die Studie untersucht jährlich die Nutzung und die Akzeptanz von digitalen Verwaltungsangeboten in Deutschland und vergleicht sie mit den Nachbarländern Österreich und Schweiz. Auch der eGovernment MONITOR 2019 bestätigt das jährlich wiederkehrende Bild: Die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland kommt nicht signifikant vom Fleck.

 Cover: eGovernment MONITOR 2019

Einige Fakten des eGovernment MONITORs 2019 im Überblick:

  • Digitale Verwaltungsangebote wurden in Deutschland in den letzten 12 Monaten um rund acht Prozent mehr genutzt als im Vorjahr. Der aktuelle Wert liegt bei 48 Prozent. Zum Vergleich: 2012 betrug der Wert 45 Prozent.
  • Ein Anstieg der Nutzung ist vor allem in der Altersgruppe zwischen 35 und 54 Jahren zu verzeichnen. Hier gibt es einen Bezug zum Bildungsgrad: je höher dieser ist, desto wahrscheinlicher ist eine Nutzung von E-Government-Services.
  • E-Government-Services werden im Durchschnitt drei Mal pro Jahr genutzt.

Der häufigste Verwendungszweck bleibt die Suche nach Informationen auf den Internetseiten.

Transaktionsangebote, wie das elektronische Bezahlen oder die digitale Antragstellung, werden im Vergleich bisher am wenigsten genutzt. Obwohl hier für die Nutzer*innen und für die Verwaltung selbst die größten Mehrwerte zu finden wären. Das liegt sicher auch daran, dass sie wenig bekannt sind, was z. B. bei Führungszeugnissen, Urkunden und Briefwahlunterlagen der Fall ist. Sucht man im Feld der Transaktionen etwas Positives, kann man mit viel gutem Willen die Möglichkeit der Online-Terminvereinbarung ins Feld führen. Diese ist um sechs Prozent gestiegen.

Der Kontakt zu den Verwaltungen bleibt vorwiegend persönlich: also vor Ort oder telefonisch. Gleichwohl ist die digitale Kommunikation mit der Verwaltung um fünf Prozent gestiegen.

  • Damit mehr Online-Services genutzt werden, müssen weiterhin Barrieren abgebaut werden. Viele Bürger*innen kritisieren, dass der von ihnen benötigte Service gar nicht angeboten wird, die Investitionskosten in zusätzlich notwendige Hardware zu hoch seien oder die Angebote undurchschaubar präsentiert werden. Positiv ist, dass die mangelnde Bekanntheit der Angebote nicht länger die größte Hürde darstellt. In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil derjenigen, die wegen fehlender Bekanntheit keine E-Government-Services kennen, halbiert.

    Trotz der hohen Dynamik durch das OZG auf der kommunikativen Ebene ist Deutschland von einer sprunghaften Steigerung der E-Government-Nutzung noch weit entfernt. Im europaweiten Vergleich rutscht Deutschland auf Platz 24 von 28 zu vergebenen Plätzen. Insgesamt nicht überraschend, da Deutschland auch vorher im europäischen Vergleich nur unter dem Durchschnitt lag.
Webcontent-Anzeige
 Zitat von Henning Lühr Zitat von Henning Lühr

Die Ziele des OZG weisen grundsätzlich in die richtige Richtung. Soll die beschriebene Vision des Vorsitzenden des IT-Planungsrats, Henning Lühr (siehe Zitat), wahr werden, haben wir noch einiges an Arbeit vor uns. Wir müssen noch deutlich umsetzungsorientierter handeln und in vielen Bereichen unsere Komfortzone verlassen.

Sicher ist es richtig und wichtig, Online-Services nutzerzentriert zu gestalten. Die "dicken Bretter" müssen aber mit Blick auf die gesetzlichen Regelungen (z. B. signifikante Reduzierung der uns so wichtigen Schriftform), die durchgängige Prozessbetrachtung, die Standardisierung von Schnittstellen, die Verfahren und die wirkliche Modernisierung unseres Datenmanagements gebohrt werden.

Auf den Seiten der Initiative D21 finden Sie weitere Informationen zum eGovernment MONITOR 2019 und die Möglichkeit zum Download der Studie.

Webcontent-Anzeige
Bildnachweis Megafon – Aktuelles © Zerbor Fotolia.com