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"Diese Partnerschaften haben mein Leben unglaublich reich gemacht!"
Dr. Albrecht Schröter, Botschafter für kommunale Entwicklungspolitik und Oberbürgermeister a. D., im Gespräch.

 Dr. Albrecht Schröter mit Bürgermeisterin Julinda del Socorro Téllez Ampié und Dr. Ralf Hedwig, Vorsitzender des Eine Welt e.V. Jena (Partnerschaftsverein von San Marcos). © Dr. Albrecht Schröter Dr. Albrecht Schröter mit Bürgermeisterin Julinda del Socorro Téllez Ampié und Dr. Ralf Hedwig, Vorsitzender des Eine Welt e.V. Jena (Partnerschaftsverein von San Marcos). © Dr. Albrecht Schröter

Herr Dr. Schröter, Sie waren zwölf Jahre, von 2006 bis 2018, Oberbürgermeister von Jena und haben auch Städtepartnerschaften mitgestaltet, u. a. mit San Marcos in Nicaragua. Was waren für Sie in diesem Kontext die schönsten Erfahrungen?

Die schönste Erfahrung in der Partnerschaft mit San Marcos ist für mich vor allen Dingen, dass man wirklich etwas voranbringen kann. Dass die 15 Projekte, die wir als Stadtrat gemeinsam mit dem sehr aktiven Verein "Eine Welt e. V." in Jena betreiben, nachhaltig sind.

Wir machen diese Partnerschaft gemeinsam mit zwei europäischen Städten: Helmond in den Niederlanden und Biel in der Schweiz. Gemeinsam haben wir zum Beispiel ein Radio für San Marcos finanziert, dass sich inzwischen durch Einnahmen selbst trägt. Der Partnerverein in San Marcos betreibt das Radio sehr erfolgreich.

Es gibt vier Schulpartnerschaften, es gibt ein erfolgreiches Programm "Patenkinder". Familien können ein Schulkind in San Marcos mit 150 Euro im Jahr fördern. Oft entstehen auch Freundschaften zwischen den Familien. Die Kinder entwickeln sich. Das ist eine große Nachhaltigkeit!

In Ihrer Rolle als OB haben Sie Ende November 2010 etwas Innovatives eingeführt, nämlich dass 0,02 Prozent des Haushaltes für konkrete Entwicklungsprojekte zur Verfügung gestellt werden soll. Was hat Sie dazu bewegt?

In den 80er Jahren gab es einen Appell des Ökumenischen Rates der Kirchen, 0,02 Prozent ihres Budgets für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen. Diese Idee habe ich nie vergessen.

Es waren in Jena 50.000 Euro, was jetzt zunächst einmal keine große Summe ist. Aber dieses Geld haben wir einsetzen können. Wir haben zum Beispiel ein Projekt mit einem Umfang von 500.000 Euro realisiert, bei dem wir über vier Jahre verteilt einen eigenen Anteil von insgesamt zehn Prozent erbringen mussten. Das war sehr erfolgreich.

Tatsächlich hat die Stadt Dresden im Januar einen Beschluss gefasst, für ihre Partnerschaften 0,01 Prozent des Haushaltes in den nächsten Jahren zur Verfügung zu stellen. In Dresden bringt es 175.000 Euro zusammen, insbesondere für die Partnerschaft mit Kongo-Brazzaville.

Ich glaube, das könnten alle Kommunen in Deutschland machen, die Partnerschaften haben. Der entscheidende Vorteil ist, dass die Akteure bei konkreten Projektvorhaben einen Fond haben, mit dem sie arbeiten können. Und natürlich sind die Partnerkommunen sehr dankbar, dass wir auch relativ schnell agieren und helfen können.

Was sind Kernanliegen in Ihrer Tätigkeit als Botschafter für kommunale Entwicklungspolitik?

Ich sehe meine Aufgabe in vier Stichworten: Begeistern, ermutigen, unterstützen und begleiten. Es gibt in dieser Welt so viel zu tun. Niemand kann allein alles leisten. Aber wenn jeder tut, was er kann, passiert schon ganz, ganz viel.

Man empfängt auch viel durch den Austausch auf Augenhöhe. Wir lernen andere Sichtweisen und andere Kulturen kennen.

Man kann auch unterhalb von Partnerschaften sehr viel machen: durch Einzelprojekte, durch Kooperationen oder schlicht und einfach durch Kontakte. Wenn Freundschaften entstehen, Austausch möglich wird, ist das schon was ganz Großartiges. Dafür werbe ich. Dafür versuche ich, Begeisterung zu wecken.

Ich weise auch auf Förderprogramme und auf Institutionen wie die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global hin, die aus meiner Sicht wirklich Hervorragendes leisten.

Diese Partnerschaften und Erfahrungen haben mein Leben unglaublich reich gemacht!