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Aktuelles zur Harmonisierung der Rechnungslegung in Europa

Nach wie vor gehen die Aktivitäten zur Harmonisierung des Rechnungswesens in Europa (EPSAS) voran. Die Federführung des Prozesses liegt dabei bei Eurostat, der Europäischen Statistikbehörde. Zur Unterstützung der Einführung wurden von Eurostat spezielle Arbeitseinheiten – sogenannte "Cells" und eine "Working Group" gegründet.

In diesen Einheiten werden vorbereitende Arbeiten der Einführung der zukünftigen Europäischen Standards vollzogen. Beispielsweise beschäftigt sich eine der sechs Einheiten mit der Erarbeitung von Grundsätzen zur Verwaltungsstruktur, eine andere konzentriert sich auf den Einführungsprozess, die weiteren beschäftigen sich mit den Prinzipien der Standards, dem Prozess der Ersteinführung und mit der Definition von wichtigen Begrifflichkeiten.

Die Working Group, in der auch Vertreter aus Deutschland teilnehmen, hat das letzte Mal im April in Lissabon getagt. Auf der umfangreichen Agenda stand neben der Präsentation der Arbeit aus den Einheiten (Cells) auch die Unterstützung der Einführung der Periodenrechnung in den Mitgliedsstaaten. In der Vergangenheit hat Eurostat sieben Projekte zur Modernisierung der öffentlichen Rechnungslegung kofinanziert. Diese Arbeiten werden fortgeführt, aktuell erfolgte dazu eine Ausschreibung (Call for Proposals). Das hierfür zur Verfügung stehende Budget der EU beläuft sich auf ca. 900.000 Euro.

In Deutschland haben die Aktivitäten zur Harmonisierung der öffentlichen Rechnungslegung in der EU zunehmend mehr Beachtung gefunden. Das Bundesministerium für Finanzen hat eine Studie erstellen lassen, in der die Standards der staatlichen Doppik (SsD) und die IPSAS im Vergleich betrachtet wurden. Hauptgegenstand war die Analyse der IPSAS auf deren Vereinbarkeit mit den SsD. Das Hessische Finanzministerium hat am Beispiel der Landesverwaltung Hessen ebenfalls mit einer Studie aufgezeigt, welche Aktivitäten ggf. notwendig sind, um von der Doppik auf neue europäische Standards umzustellen.

Auch für den kommunalen Bereich liegen erste Erfahrungen zur Umstellung von der Doppik auf internationale Standards (IPSAS) vor, die als Basis der künftigen europäischen Standards gelten. Zunächst ist hier die Umrechnung des Gesamtabschlusses 2010 der Gemeinde Hiddenhausen von der Doppik auf die IPSAS zu nennen. Bereits hier hat sich gezeigt, dass eine 1:1 Übernahme der IPSAS für die öffentliche Rechnungslegung problematisch ist. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat in einem "Proof of Concept (Machbarkeitsstudie)" ebenfalls die Eignung der IPSAS als Ergänzung zum derzeitig bestehenden Haushalts- und Rechnungswesen der FHH analysiert. Ergebnis der Studie ist, dass sowohl im besten als auch im schlechtesten Fall mit Anpassungen und Umstellungsaufwänden zu rechnen ist.

Derzeit beschäftigen sich die KGSt und die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin ebenfalls mit den Auswirkungen einer Umstellung von der kommunalen Doppik auf die IPSAS am Beispiel einer Kommune der Größenklasse 3. Die Ergebnisse des Projekts werden erstmals auf dem KGSt®-FORUM präsentiert. In dieser Veranstaltung erfahren Sie zudem von nationalen und Internationalen Experten Aktuelles zum Verfahrensstand in der EU.

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Aufsätze

  • Bergmann, Andreas: Öffentliches Rechnungswesen – Internationale Standards werden zum "Mainstream". In: WPg, Heft 9 2016, S. 524-526
  • Brixner, Helge: Quo Vadis Doppik ? In: Der Gemeindehaushalt, Heft 12. 2016, S. 272-276
  • Frischmuth, Birgit: Rechnungslegung des öffentlichen Sektors. Auf dem Weg zu europäischen Standards. In: Zeitschrift für Kommunalfinanzen, Heft 4 2017, S. 77-81
  • Lorson, Christoph; Hausstein, Ellen; Wigger, Christina: Europäische Harmonisierung des öffentlichen Rechnungswesens. In: WPg, Heft 10 2017, S.576-580

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