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Aktuelles zur Harmonisierung der Rechnungslegung
in Europa

Nach wie vor gehen die Aktivitäten zur Harmonisierung des Rechnungswesens in Europa (EPSAS) voran. Die Federführung des Prozesses liegt dabei bei Eurostat, der Europäischen Statistikbehörde. Zur Unterstützung der Einführung wurden von Eurostat spezielle Arbeitseinheiten – sogenannte "Cells" und eine "Working Group" – gegründet.

In diesen Einheiten werden vorbereitende Arbeiten zur Einführung der zukünftigen Europäischen Standards vollzogen. Beispielsweise beschäftigt sich eine der Einheiten mit der Erarbeitung von Grundsätzen zur Verwaltungsstruktur, eine andere konzentriert sich auf den Einführungsprozess und die dritte beschäftigt sich mit den Prinzipien der Standards.

Die Working Group, in die auch Vertreter aus Deutschland entsandt sind, tagte zuletzt im November 2018 in Luxemburg. Auf der umfangreichen Agenda standen, neben der Präsentation der Aktivitäten der Stakeholder zur Einführung einer Periodenrechnung, das EPSAS Framework, die Thesenpapiere zu möglichen zukünftigen Standards und die Aktivitäten von Eurostat zur Unterstützung der Einführung einer Periodenrechnung in den Staaten der EU.

In Deutschland finden die Aktivitäten zur Harmonisierung der öffentlichen Rechnungslegung in der EU zunehmend mehr Beachtung. Das Bundesministerium für Finanzen ließ eine Studie erstellen, in der die Standards der staatlichen Doppik (SsD) und die IPSAS im Vergleich betrachtet werden. Hauptgegenstand war die Analyse der IPSAS hinsichtlich deren Vereinbarkeit mit den SsD.

Das Hessische Finanzministerium zeigte am Beispiel der Landesverwaltung Hessen ebenfalls mit einer Studie auf, welche Aktivitäten gegebenenfalls notwendig sind, um von der Doppik auf neue europäische Standards umzustellen.

Auch für den kommunalen Bereich liegen erste Erfahrungen zur Umstellung von der Doppik auf internationale Standards (IPSAS) vor, die als Basis der künftigen europäischen Standards gelten.

Zunächst ist die Umrechnung des Gesamtabschlusses 2010 der Gemeinde Hiddenhausen von der Doppik auf die IPSAS zu nennen. Bereits hier hat sich gezeigt, dass eine Eins-zu-eins-Übernahme der IPSAS für die öffentliche Rechnungslegung problematisch ist.

Die Freie und Hansestadt Hamburg hat in einem "Proof of Concept (Machbarkeitsstudie)" ebenfalls die Eignung der IPSAS als Ergänzung zum derzeitig bestehenden Haushalts- und Rechnungswesen der Stadt analysiert. Ergebnis der Studie ist, dass sowohl im besten als auch im schlechtesten Fall mit Anpassungen und Umstellungsaufwänden zu rechnen ist.

Derzeit beschäftigen sich die KGSt und die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin ebenfalls mit den Auswirkungen einer Umstellung von der kommunalen Doppik auf die IPSAS, am Beispiel einer Kommune der Größenklasse 3.

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Aufsätze

  • Lorson, Christoph; Hausstein, Ellen; Wigger, Christina: Europäische Harmonisierung des öffentlichen Rechnungswesens. In: WPg, Heft 10/2017, S. 576-580
  • Frischmuth, Birgit: Rechnungslegung des öffentlichen Sektors. Auf dem Weg zu europäischen Standards. In: Zeitschrift für Kommunalfinanzen, Heft 4/2017, S. 77-81
  • Bergmann, Andreas: Öffentliches Rechnungswesen – Internationale Standards werden zum "Mainstream". In: WPg, Heft 9/2016, S. 524-526
  • Brixner, Helge: Quo Vadis Doppik ? In: Der Gemeindehaushalt, Heft 12/2016, S. 272-276

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