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Fachkonferenz "Kommunale Gebäudereinigung aktuell"

Nachlese

Die jüngste Fachkonferenz der bewährten Reihe fand am 08. November 2017 in Hildesheim statt. Mit 92 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand sie sehr großen Anklang.

Über die Maßnahmen und Projekte der Stadt Bochum zum gesundheitlichen Wohl der Beschäftigten der Reinigung berichtet Christiane Oertgen, Zentrale Dienste - Betriebliche Gesundheitsförderung der Stadt Bochum. Die Stadt, die fast ausschließlich Eigenreinigung leistet, arbeitet z. B. mit Kranken- und Unfallkassen zusammen und hat ein Eingliederungsmanagement eingerichtet. Nebeneffekte sind: Das Reinigungspersonal fühlt sich im Rahmen dieser Maßnahmen deutlich besser wertgeschätzt und unter der Mitarbeiterschaft konnte ein anderes, besseres Verständnis für die reinigenden Kolleginnen und Kollegen geschaffen werden.

Christoph Bartscher, Leiter des Referats Vergabedienste der Stadt Bonn, bot einen umfassenden Überblick zur Unterschwellenvergabeordnung. Er stellte die Änderungen gegenüber der alten VOL/A heraus und gab zahlreiche wichtige Anwendungs- und Umsetzungshinweise.

Die tarifliche Eingruppierung in der kommunalen Gebäudereinigung: Dieses heiße Eisen griff Dirk Brand, Kommunaler Arbeitgeberverband NRW, auf. Er befasste sich mit der neuen Entgeltordnung und der Überleitung der vorhandenen Arbeitsverhältnisse. Abschließend ging er auf die konkreten Eingruppierungsmerkmale für EG 1 und 2 ein. Hier können einige Details nicht abschließend definiert werden und sind vor Ort zu entscheiden, beispielsweise die Bedienung selbstfahrender Reinigungsmaschinen als Kriterium.

Fachpraktische Erfahrungen steuerte Benjamin Schweikert, Teamleiter Gebäudereinigung bei der Stadt Worms, bei. Er berichtete vom Verfahren der Qualitätsüberprüfung der Reinigungsleistung mittels Mystery Check,  welches sowohl auf Eigen- als auch auf Fremdreinigung anwendbar ist. Das Verfahren wird nicht nur zur Kritik genutzt, sondern auch als Basis der Anerkennung guter Leistung der Beschäftigten. Ferner berichtete Schweikert vom Vergleich verschiedener Handreinigungs-Systeme. Ergebnis: Zwar sind Handtuch-Papier und Handtuch-Rollen hinsichtlich der Kostenbetrachtung gegenüber Gebläse-Handtrocknern deutlich teurer. Doch in Bezug auf Lärm und vor allem Hygieneaspekte sind wiederum Gebläsegeräte deutlich unterlegen.

Das Thema Make-or-Buy fand besonders großes Interesse. Zwar musste die ursprünglich geplante Präsentation des Landkreises Hildesheim kurzfristig entfallen, doch der spontane Vortrag von Rolf Ziomkowski, Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt Lüdenscheid, zu dieser Thematik machte den Ausfall mehr als wett. Er stellte die gut strukturierte Herangehensweise an einen Vergleich beider Reinigungsarten sowie insbesondere die herangezogenen Quellen zur Berechnung möglicher Kosten in seiner Stadt dar.

Fazit: Sowohl die Fremdreinigung als auch die Eigenreinigung erfordern aktuell durch die Änderungen der maßgeblichen Normen - Vergaberecht hier, Entgeltordnung dort - Anpassungen in der Steuerung. Doch stecken darin auch Chancen, die es zu ergreifen gilt. Zudem ergeben sich durch das Hinterfragen bisheriger Abläufe immer wieder Chancen der Optimierung, sei es im Gesundheitsbereich, bei der Qualitätsüberprüfung oder bei Handtrocknungs-Systemen.

Die nächste KGSt®-Fachkonferenz zur kommunalen Gebäudereinigung ist für 2019 vorgesehen.

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