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KGSt®-Kongress Haushalt und Finanzen 2018

Rückblick auf einen erfolgreichen Kongress

Der erste Veranstaltungstag  im Kongresszentrum Dortmund stand ganz unter dem Motto "Strategie und Nachhaltigkeit". Der zweite Tag rückte den "Dreiklang von Compliance-, Risiko- und Performancesteuerung" in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Viele interessante Vorträge, Workshops und eine abschließende Podiumsdiskussion bildeten die Grundlage für einen gelungenen Kongress am 14. und 15. Juni 2018. Zu Beginn begrüßte der neue KGSt-Programmbereichsleiter Finanzmanagement Tobias Middelhoff die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stellte das Programm der kommenden zwei Tage vor.

Der erste Vortrag von Frank Krueger, Stadt Dortmund, beschäftigte sich mit dem "Wirkungsorientierten Haushalt". In seiner Präsentation betrachtete er vor allem die zeitliche Entwicklung, die Umsetzungsphase sowie den aktuellen Stand.

Arne Schneider, Haushaltsdirektor der Freien Hansestadt Bremen, referierte unter dem Einsatz der neuen innovativen Präsentationsform "Prezi" (ein plattformunabhängiges, cloud-abhängiges Programm) zum Thema "Stadt – Staat – Strategie".

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Ganz unterschiedlichen Themen widmeten sich vier parallel angebotene Workshops am Nachmittag des ersten Tages: Prof. Dr. Dietmar Schön, Fachhochschule Dortmund, stellte das Thema "Digitalisierung im Finanzbereich" vor. Frank Möller, Leiter der Stadtkasse in Münster, erörterte die Nachhaltigkeitskriterien von Finanzanlagen und die Möglichkeit des Einsatzes für Kommunen. Das Reifegradmodell des KGSt-Berichts 3/2017 brachte Beate Möckel, Leiterin des Controllingamtes der Stadt Hamm, den Anwesenden näher. Florian Krieg, Fachdienst Haushalt der Stadt Jena, berichtete über die Zentrale Zuwendungsvergabe in seiner Stadt. Alle Workshops waren gut besucht und erfreuten sich einer regen Beteiligung.

Anschließend ging es im Plenum weiter mit Dr. Michael Thöne, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts an der Universität zu Köln. Er verband eine nachhaltige Finanzpolitik mit der Tragfähigkeit als Maßstab für eine langfristige finanzielle Leistungsfähigkeit. Am Beispiel der Stadt Köln stellte er die Herleitung einer Tragfähigkeitslücke und ihre Zusammensetzung dar. Die Kopplung einer Tragfähigkeitsbetrachtung mit der Strategieentwicklung und wirkungsorientierten Steuerung sei zudem nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll und anzustreben.

Der Tag endete mit einem Vortrag von Trinidad Fernandez, Fraunhofer-Institut Stuttgart, zum Morgenstadt City Index. Der Index zeigt Herausforderungen auf, vor denen Städte stehen, die sich um Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit bemühen. Er unterstützt auf diese Weise Verwaltungsleitungen und Politik bei der ganzheitlichen Steuerung. Um die Zukunftsfähigkeit einer Stadt messen zu können, hat das Fraunhofer Institut 28 Indikatoren erarbeitet, die in vier Säulen (lebenswerte, umweltgerechte, innovative und resiliente Stadt) kategorisiert sind. Lesen Sie auch unseren ausführlichen Beitrag  zum Morgenstadt City Index.

Der Abend klang mit einem gemeinsamen Essen aus und bot gute Gelegenheiten zum "Netzwerken" und intensiven interkommunalen Erfahrungsaustausch.

Den zweiten Tag eröffneten Prof. Dr. Berit Adam, Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, und Uwe Schulten, Leiter Finanzbuchhaltung/Vollstreckung der Stadt Leverkusen, mit ihrem Vortrag. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen und mögliche Auswirkungen der internationalen Rechnungslegungsstandards (IPSAS/EPSAS). Vorgestellt wurde die exemplarische Umrechnung eines Jahresabschlusses am Beispiel der Stadt Leverkusen. Das Projekt wird von der KGSt begleitet.

Der letzte Abschnitt am zweiten Tag stand unter der Überschrift "Compliance-, Risiko- und Performancesteuerung im Dreiklang".

Thomas Knoop, Referatsleiter Interne Steuerberatung der Freien Hansestadt Bremen, informierte zum Thema "Tax Compliance – eine Herausforderung für Kommunen" und beschrieb steuerliche Anforderungen, die damit verbundenen Risiken bei Nichtbeachtung und den daraus resultierenden Handlungsbedarf. Anschließend ging er auf die konkrete Vorgehensweise in Bremen ein. So wurden beispielsweise bereits ein Risikokataster aufgebaut und ein Steuerleitfaden mit Prozessbeschreibungen erstellt. Angestrebt werde ein Tax Compliance Management System (TCMS), das zukünftig kontinuierliche Verbesserungen und Anpassungen an veränderte Rahmenbedingungen sicherstellt.

International wurde es dann erneut im nächsten Beitrag: Jan Bart Dekker, Risk Management Advisor der Stadt Amsterdam, erläuterte die Erfahrungen der Stadt Amsterdam mit der Planung und Realisierung von Großprojekten. Am Beispiel der neuen Nord-Süd-Metrolinie stellte er heraus, dass ein strukturiertes Risikomanagement ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Umsetzung sein kann.

Dirk Andres, Leiter der Stabstelle Zentralcontrolling der Stadt Kaiserslautern, stellte anschließend die Steuerungssoftware KLAR (KaisersLautern – Analyse – Recherche) vor. Sie dient dazu, die bislang an unterschiedlichen Stellen der Verwaltung vorgehaltenen Daten und Information adressatengerecht aufzubereiten und die Fach- und Führungskräfte bei der Steuerung zu unterstützen. Das webbasierte Informationssystem KLAR hat auch bundesweit für Aufsehen gesorgt: Beim diesjährigen Zukunftskongress in Berlin gewann die Stadt Kaiserslautern den ersten Platz in der Kategorie "Bestes Modernisierungsprojekt" des eGovernment-Wettbewerbs. Lesen Sie hier unseren ausführlichen Beitrag zur Steuerungssoftware KLAR.

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 Beate Möckel, Thomas Knoop, Dirk Andres, Tobias Middelhoff (von links nach rechts) Beate Möckel, Thomas Knoop, Dirk Andres, Tobias Middelhoff (von links nach rechts)

Zu einer abschließenden Podiumsdiskussion kamen Beate Möckel, Thomas Knoop und Dirk Andres mit dem Moderator Tobias Middelhoff zusammen und erörterten wesentliche Aspekte, die mit der Frage "Alles unter einem Hut – Führen Compliancemanagement, Risikomanagement und technikgetriebene Führungsinformation zu mehr Steuerungsnutzen?" zusammen hängen.

Eine Erkenntnis dieser Runde war, dass neue Instrumente nur dann erfolgreich sein können, wenn man gemeinsam "an einem Strang" und dabei auch "in die gleiche Richtung" zieht. Digitalisierung gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist eine nicht mehr wegzudenkende technikbasierte Basis für alle Managementinstrumente, so die einhellige Meinung

Mit einem Dank an alle verabschiedete Tobias Middelhoff die Referentinnen, Referenten und Teilnehmenden. Der Kongress in Dortmund war ein voller Erfolg, der aufgrund aktueller Themen und einem tollen Gedankenaustausch einen großen Mehrwert für die kommunale Finanzwelt darstellt.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Kongress Haushalt und Finanzen in 2019 und hoffen, Sie alle wieder begrüßen zu dürfen.

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