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Kommunales Zins- und Anlagemanagement

Studie zeigt Tendenz zu aktivem Portfoliomanagement und verstärkter Nutzung von Plattformen

Die fiskalische Situation zahlreicher Kommunen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund gestiegener Steuereinnahmen und einer sinkenden Zinsbelastung weiter entspannt. Eine empirische Studie kommt zu weiteren, interessanten Ergebnissen.

 Abb. 1: Finanzierungsinstrumente mit Blick auf Zinssicherung und Gesamtschuldenstand je Einwohner Abb. 1: Finanzierungsinstrumente mit Blick auf Zinssicherung und Gesamtschuldenstand je Einwohner. Quelle: Studie "Kommunales Zins- und Anlagemanagement in Zeiten digitaler Plattformen". KOWID, komuno, ING Bank, Girosolution (S-Kompass) und Deutscher Städte- und Gemeindebund, S. 33.

Die neu veröffentlichte Studie "Kommunales Zins- und Anlagenmanagement in Zeiten digitaler Plattformen", wurde vom KOWID Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig in Kooperation mit der ING, komuno und S-Kompass von Giro Solution durchgeführt, und vom Deutschen Städte- und Gemeindebund unterstützt.

Sie kommt zu folgenden Ergebnissen: Ein aktives Zins- und Schuldenmanagement ist zur strategischen Steuerung in den Kommunen weit verbreitet. 69 Prozent der befragten Kommunen gaben an, ihr Portfolio aktiv zu managen, wobei dies in 60 Prozent der Fälle in Eigenregie erfolgte.

Nur 2 Prozent beauftragten externe Dienstleister damit. Eine Gegenüberstellung mit den Schuldenklassen zeigt, dass nicht nur hoch verschuldete Kommunen ein aktives Schulden- und Zinsmanagement betreiben.

Weniger als die Hälfte der Kommunen agieren dabei portfolio-, etwas mehr als die Hälfte einzelkreditorientiert. Liquide Mittel werden von den Kommunen als begrenzt angesehen und der Erhalt der Zinssicherheit und die Zinsersparnis sind ein zentrales Anliegen.

Zur Zielerreichung nutzt die Mehrheit der Kommunen klassische Kommunaldarlehen. Ist der Verschuldungsgrad aber über 1.700 Euro/Einwohner, steigt auch das Interesse an alternativen Finanzierungsformen wie Schuldscheindarlehen und Derivaten (siehe Abbildung 1). In Bezug auf die Zinsentwicklung sehen viele Kommunen die Talsohle als erreicht an.

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 Abb. 2: Vorteile von Online-Vermittlungsplattformen Abb. 2: Vorteile von Online-Vermittlungsplattformen. Quelle: Studie "Kommunales Zins- und Anlagemanagement in Zeiten digitaler Plattformen". KOWID, komuno, ING Bank, Girosolution (S-Kompass) und Deutscher Städte- und Gemeindebund, S. 49.

Im letzten Teil der Studie wurde die Digitalisierung und insbesondere die Bedeutung von digitalen Kredit- und Vermittlungsplattformen untersucht. Etwa ein Drittel der befragten Kommunen nutzen diese Plattformen bereits. 52 Prozent wollen in Zukunft die Plattformen für Kreditaufnahmen nutzen.

Wesentliche Argumente sind dabei der breite Zugang, eine Zeitersparnis durch die automatisierten Prozesse und günstige Kreditkonditionen (siehe Abbildung 2).

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