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Digitale Kommune – Eine Typfrage?

ÖFIT und KGSt veröffentlichen gemeinsame Studie

Die Digitalisierung verändert alle Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsbereiche und hat damit auch auf Kommunen große Auswirkungen. Neue Technologien ermöglichen nicht nur eine effizientere Gestaltung von Verwaltungsprozessen und neue nutzerzentrierte Services im Sinne des E-Government, sie verändern auch das Zusammenleben und -wirken mit der örtlichen Gemeinschaft.

Immer mehr Kommunen entwickeln umfangreiche Digitalisierungsstrategien, nutzen die Digitalisierung im Sinne eines Smart City- oder Smart Region-Ansatzes für mehr Gemeinwohl und arbeiten dabei eng mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, den örtlichen Unternehmen und mit der Community zusammen.

Das Feld "Digitalisierung" ist dabei groß: Es gibt keine Blaupause, nicht "die eine" Digitale Kommune und genauso viele Lösungsansätze, die sich damit auseinandersetzen, wie Digitalisierung möglichst wertstiftend genutzt werden kann.

Ist es eine "Typfrage", wie Kommunen mit der Digitalisierung umgehen? ÖFIT und KGSt haben die Befragungsergebnisse von gut 400 Kommunen ausgewertet und  anhand der prioritären Digitalisierungsziele Cluster identifiziert, die darauf eine Antwort geben.

Es können vier Typen von Kommunen unterschieden werden: die Bedächtigen, die einen Fokus auf die Umsetzung rechtlicher Vorgaben und Fördermittel legen, die Optimierer, die vor allem Effizienz und Effektivität der Verwaltungsleistungen und -prozesse im Blick haben, die Serviceorientierten, die die Attraktivität der Kommune und die Bürgernähe stärken und die Community Manager, die insbesondere die kommunale Daseinsvorsorge und die örtliche Gemeinschaft fördern.

Alle zusammen bilden sie das "D(igitalisierungs)-Team". Denn nur wenn die Stärken eines jeden genutzt werden und die Kommunentypen voneinander lernen, erreichen die Kommunen eine wirksame Digitalisierung für ihre örtliche Gemeinschaft.

Die Studie "Digitale Kommune: eine Typfrage?" zeigt, wie unterschiedlich die Digitalisierung aktuell in Deutschland angegangen wird und liefert gleichzeitig Inspirationen, um eigene Prozesse und Denkweisen zu hinterfragen.

Die vier Kommunentypen werden illustrativ durch verschiedene Handlungs- und Managementfelder der Digitalisierung begleitet. Zunächst gibt die Studie einen Überblick über die jeweilige strategische Ausrichtung und Steuerung. Strategieentwicklung, Rollen und Strukturen werden unterschiedlich umgesetzt. Insgesamt zeigt sich, dass Kommunen sich aktuell hauptsächlich auf die Verwaltungsdigitalisierung konzentrieren. Dies spiegelt sich auch in den Digitalisierungsstrategien wider.

Gerade die "neuen" Rollen im Kontext der Digitalisierung, wie die einer/eines CDO oder CIO sind häufig noch unklar. Es zeigt sich aber auch, dass nicht jede Kommune Pionierarbeit leisten muss und interkommunale Zusammenarbeit sowie der Blick ins föderale System sich lohnen. Dies zeichnet beispielsweise die Bedächtigen aus.

Die Digitalisierung der Verwaltung hat dabei unterschiedliche Facetten: Von der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, über die Nutzung von Standards wie das Föderale Informationsmanagement (FIM) bis hin zu einem effektiven Datenmanagement oder einer Qualifizierung und Beteiligung der Mitarbeitenden.

Jeder Kommunentyp hat dafür unterschiedliche Lösungsstrategien gefunden. So sind die Optimierer zum Beispiel besonders gut bei der Prozessautomation aufgestellt und setzen am ehesten Bots ein, die Serviceorientierten verstehen es, Angebote wie FIM für sich zu nutzen.

Die Studie thematisiert darüber hinaus auch die Beteiligung und Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinschaft. Hier liegt insgesamt noch besonders viel Potenzial.

Obwohl digitale Möglichkeiten Formen der Zusammenarbeit grundsätzlich erleichtern können, werden weitergehende Open-Government-Ansätze, wie etwa die gemeinsame Erstellung öffentlicher Leistungen mit der örtlichen Gemeinschaft (Co-Creation), erst von sehr wenigen Kommunen erprobt. Aber es ist eine zunehmende Öffnung der Verwaltung zu erkennen, für die insbesondere der Community Manager steht.

Jeder Kommunentyp erhält mit der Studie einen übersichtlichen "Steckbrief", der die Stärken kurz und knapp zusammenfasst.

Gemeinsame Diskussion der Studie

Die Publikation regt dazu an, in den Austausch zu kommen und sich aktiv mit den Stärken eines jeden Kommunentyps auseinanderzusetzen. Eine erste Gelegenheit dafür bot eine gemeinsame Web-Session von ÖFIT und KGSt am 29. Oktober 2020.

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Bildnachweise:
Megafon – Aktuelles © Zerbor Adobe.Stock
Illustration D-Team © Heiko Stöber