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Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

Die Kosten- und Leistungsrechnung als Teilbereich des Rechnungswesens ist ein wichtiges Instrument im Rahmen des reformierten Haushalts- und Rechnungswesens.

Aufgrund ihrer Strukturierungsfunktion (Kostenarten, -stellen und -träger) ermöglicht die Kosten- und Leistungsrechnung die Beantwortung der Fragen "Welche Kosten fallen an?", "Wo fallen Kosten an?" und "Wofür fallen Kosten an?" Typische Anwendungsfälle sind die Ermittlung von Benutzungsgebühren und Entgelten, Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder Entscheidungsrechnungen im Hinblick auf Eigenerstellung oder Fremdbezug von Leistungen.

Mit der Haushaltsreform ist jedoch eine Weiterentwicklung und Neubestimmung der Kosten- und Leistungsrechnung verbunden. Diese geht über die traditionellen Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung in der Verwaltung hinaus und ist zusammenfassend durch unterschiedliche Rechnungsziele, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Nutzungsarten geprägt:

Ziel der Kosten- und Leistungsrechnung ist es insbesondere, die vielfältigen Beziehungen zwischen Ressourcenverbrauch und Leistungen zu verknüpfen und systematisch einer ergebnisorientierten Steuerung zuzuführen – Kosten und Leistungen sind damit gleichermaßen Grundlagen für die Wirtschaftlichkeitssteuerung.

Hier muss aufgrund der Besonderheiten der kommunalen Leistungen die monetäre und mengenmäßige Darstellung um eine qualitäts- und wirkungsorientierte Betrachtung ergänzt werden.

Die Berücksichtigung von Kosten und Leistungen ist ebenfalls Grundlage der verwaltungsinternen Leistungsverrechnung. Schon 1909 betonte Eugen Schmalenbach, "Die einzelnen Teile des Betriebes müssen in einen rechnerischen Verkehr treten und diese Rechnung muss sich der Bewertung der gegenseitigen Leistungen bedienen. Und so entsteht ein eigenartiger Preis: der Verrechnungspreis."

Vorrangiges Ziel der verwaltungsinternen Leistungsverrechnung ist die Verhaltenssteuerung der Akteure innerhalb der Verwaltung. Mehr Transparenz und verstärktes Kostenbewusstsein sind Voraussetzungen für eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.

Daraus ergeben sich auch Anforderungen an das Controlling als Schnittstelle zwischen der Führungsebene und der Kosten- und Leistungsrechnung in Bezug auf eine entscheidungsorientierte Anwendung und an ein adressatenorientiertes Berichtssystem.

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