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Künstliche Intelligenz und ihre Bedeutung für Kommunen

Der KGSt®-Innovationszirkel Digitales und IT-Steuerung diskutiert!

Die Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist einer der Techno-Trends unserer Zeit. Längst ist sie keine Science-Fiction mehr. Eine Digitale Kommune nutzt technologische Möglichkeiten, um die Lebens-, Arbeits- und Standortqualität in der Kommune nachhaltig und wirkungsvoll zu verbessern. Wie können Kommunen nach diesem Verständnis auch KI nutzen?

 Bild: Roboter © Tatiana Shepeleva – www.fotolia.com

Das Handlungsfeld KI hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Insbesondere die lernenden Systeme kommen immer häufiger zum Einsatz und erschließen neue, bislang in dieser Form unbekannte, Anwendungsbereiche.

In Wohnhäusern, Büroräumen aber auch im Automobilsektor kommt KI zum Einsatz mit dem Ziel, Smart Homes und autonomes Fahren zu realisieren. Sie hat beispielsweise über digitale Sprachassistenten wie Siri oder Alexa bereits Einzug in unseren Alltag genommen. Innerhalb der Verwaltung sind neue Formen der Automation nur der Anfang. KI hat vielmehr das Potenzial, vollkommen neue Formen der Leistungserstellung zu ermöglichen. Dabei sind technische Fragen nicht so relevant wie ethische, rechtliche und organisatorische.

Im November hat die Bundesregierung ihre KI-Strategie veröffentlicht. Fast zeitgleich haben sich rund 30 IT-Expertinnen und -Experten des KGSt®-Innovationszirkels Digitales und IT-Steuerung getroffen, um über die Bedeutung von KI für Kommunen und über konkrete Anwendungsszenarien zu diskutieren.

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 Das Team der KGSt. Das Team der KGSt.

Das Verständnis von KI ist dafür eine grundlegende Voraussetzung und zugleich die erste Hürde, die es zu überwinden gilt. Denn es gibt keine einheitliche Definition von "Künstlicher Intelligenz". In der Forschung wird zwischen "schwacher" und "starker" KI unterschieden. Diese Differenzierung greift auch die KI-Strategie der Bundesregierung auf:

Die "starke" KI formuliert, dass KI-Systeme die gleichen intellektuellen Fertigkeiten wie der Mensch haben oder ihn darin sogar übertreffen können. Die "schwache" KI ist fokussiert auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis der Methoden aus der Mathematik und Informatik, wobei die entwickelten Systeme zur Selbstoptimierung fähig sind. Dazu werden auch Aspekte menschlicher Intelligenz nachgebildet und formal beschrieben bzw. Systeme zur Simulation und Unterstützung menschlichen Denkens konstruiert.

Ebenso wie die Bundesregierung hat sich der Innovationszirkel in seiner Sitzung auf den Ansatz der schwachen KI konzentriert. Dabei können unterschiedliche "Stufen" unterschieden werden, etwa von Mustererkennung über Machine Learning bis hin zu Cognitive Computing. Der zugrunde liegende Algorithmus wird dabei größer und dynamischer. Außerdem nehmen Rückkopplungen zu und der technische Komplexitätsgrad steigt.

Dabei benötigt KI keine strukturierten Daten. Schon in einer sehr schwachen Form kann sie beispielsweise Bilder Texten zuordnen, Handschriften oder Gegenstände auf Bildern erkennen.

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 Keine leichten Diskussionen: Dirk Mühlenweg, Florian Schwarz, Matthias Hörmeyer und Anika Krellmann (von links) Keine leichten Diskussionen: Dirk Mühlenweg, Florian Schwarz, Matthias Hörmeyer und Anika Krellmann (von links)

Dirk Mühlenweg, IoT Watson Center und Florian Schwarz, IBM, versorgten die Teilnehmenden mit allgemeinen Informationen rund um die KI und mit konkreten Einsatzszenarien. Solange Algorithmen statisch sind, handelt es sich nicht um KI. Erst dynamische Algorithmen, die Muster erkennen und sich anpassen können, fallen darunter.

Im Innovationszirkel wurde festgestellt, dass Prozesse innerhalb der Verwaltung häufig zwar ein hohes Automationspotenzial haben, was jedoch nicht zwangsläufig auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz bedeutet. In ihrer sehr schwachen Form, z. B. im Bereich der Mustererkennung (Beispiel Handschriften) oder an der Schnittstelle zum Bürger, kann sie Relevanz haben. Oftmals genügen aber statische Algorithmen, um Sachverhalte abzubilden.

Bereits etablierte Anwendungsszenarien von KI im kommunalen Raum gibt es beispielsweise zur Müllerkennung, im Bereich der Verkehrsanalyse, zur Mobilitätssteuerung aber auch für Chatbots, wie den Chatbot PIA (krz Minden-Ravensberg/Lippe).

Die Impulse der Experten lieferten Diskussionsstoff: Definition, Chancen, Risiken, ethische, rechtliche und technische Fragen wurden im Innovationszirkel teils kontrovers diskutiert.

In den anschließenden Workshops versuchten die Teilnehmenden methodisch herzuleiten, welche Prozesse sich besonders gut für den Einsatz von KI eignen. Dafür identifizierten und priorisierten sie zunächst Kriterien für die KI-Eignung. Diese Indikatoren helfen, KI-relevante Prozesse aus dem KGSt®-Prozesskatalog herauszufiltern. In zwei weiteren Schritten wurden Nutzen und Aufwand besprochen, die bei der Einführung von KI zu beachten sind.

Der Innovationszirkel hat knapp 20 Kriterien zur Identifikation besonders KI-relevanter Prozesse gebildet. Dazu zählen unter anderem der Grad der Standardisierung, die Akzeptanzerwartung, das Vorliegen unstrukturierter Massendaten, die Anzahl der Anwender, die Fallzahl, die Anzahl der Prozessvarianten oder die Beratungsintensität.

Ein großer Nutzen liegt aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der potenziellen Entlastung der Beschäftigten, etwa von Routinetätigkeiten. Dies entspricht auch der generellen Haltung, dass KI tendenziell eher unterstützt als "ersetzt". Dennoch wird sie die Berufsbilder innerhalb der Verwaltung mehr und mehr verändern. Schon heute sind viele Tätigkeiten automatisierbar.

Weitere Vorteile sehen die Teilnehmenden für das Wissensmanagement, das Qualitätsmanagement, den Kundenservice wie beispielsweise die sprachliche Flexibilität im Kundenkontakt, für die Entscheidungsqualität, die Gewinnung neuer Erkenntnisse oder die Erhöhung der Recherchegeschwindigkeit. Aufwände ergeben sich u. a. im Kontext eines erforderlichen Kulturwandels, für die Anpassung der IT-Infrastruktur, für neu erforderliche Kompetenzen oder für die Steuerung.

Wir stehen erst ganz am Beginn des Einsatzes von KI. Damit Kommunen diese künftig verantwortungsbewusst, ethisch gerecht, wirkungsvoll und effizient einsetzen, bleiben wir weiter am Ball.

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Bildnachweise:
Megafon – Aktuelles © Zerbor www.fotolia.com
Roboter © Tatiana Shepeleva www.fotolia.com