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Landlust oder Stadt(rand)frust – Landlabs als Orte neuer Zusammenarbeit

Lange Zeit stand die Stadt im Mittelpunkt der Digitalisierung, das Dorf wurde eher vernachlässigt. Das Blatt hat sich gewendet, die Stadt und das Dorf sind nun gleichermaßen im Gespräch – und das aus unterschiedlichen Gründen. In beiden spiegeln sich sämtliche Dynamiken der Gegenwart auf wenigen Quadratkilometern. Sie müssen Antworten finden und neue Wege für die Zukunft gehen. Diese Wege gilt es gemeinsam mit allen Akteuren der örtlichen Gemeinschaft zu gestalten.

 Dr. Anke Knopp, Christian Mainka, Ramona Schumann, Anika Krellmann, Marc Groß (v. l. n. r.) Dr. Anke Knopp, Christian Mainka, Ramona Schumann, Anika Krellmann, Marc Groß (v. l. n. r.)

Unter dem Leitgedanken "Landlust oder Stadt(rand)frust – Landlabs als Orte neuer Zusammenarbeitfand" fand am 17. September 2018 die erste Etappe der Straßenschau des Kreativen Unternehmertums im Kloster Wennigsen statt.

Im Zentrum steht die Idee "Landlab". Landlab versteht eine Stadt oder ein Dorf als Ort humanen Lebens im digitalen Zeitalter. "Land" ist dabei der konkrete Raum während "Lab" der digitale Raum ist für kreatives Experimentieren, aus dem Impulse kommen und konkrete Maßnahmen für die Zukunft entstehen. "Landlab" fragt am gesellschaftlichen Konfliktpotenzial von Mobilität, Arbeit und Soziales, wie Kommunen es schaffen können, in einer zunehmend digitalen Wirklichkeit Bürgern Heimat und Identität zu geben.

Folgende zentrale Fragen standen im Rahmen der Straßenschau auf der Agenda: Wie gestalten wir unsere nächsten Lebensorte neben unseren Metropolen? Welche Zukunft hat das Land? Wo entstehen in einer digitalen Zukunft kreative Lösungen? Wie ermöglichen wir neue Räume für gesellschaftlichen Zusammenhalt? Dazu wurden ein Dialog und ein Prozess in Gang gesetzt, die von unterschiedlichen Sichtweisen und Ansätzen getragen wurden.

Anika Krellmann und Marc Groß, beide aus dem KGSt-Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement, diskutierten mit Christian Mainka, City & Bits, Ramona Schumann, Bürgermeisterin der Stadt Pattensen, und vielen Teilnehmenden rund eine Stunde lang über das Thema "Kommunen und Community – Die Rolle der Städte und Gemeinden".

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 Metaplanwand zum Thema

Als Diskussionsgrundlage wurde das KGSt-Ökosystem der Digitalisierung herangezogen. Dieses setzt sich aus der Verwaltung, dem Konzern Kommune, der örtlichen Gemeinschaft und der Region zusammen. In diesem Kontext diskutierten die Teilnehmenden des Workshops u. a. darüber, was überhaupt die Community ist und ob/wie sie sich von der Kommune abgrenzt.

Schlussendlich gibt es in allen Systemen des Ökosystems unterschiedliche Communities. Darunter fällt z. B. die Open Data-Community in der örtlichen Gemeinschaft. Aufgabe der Kommunalverwaltung ist es, den unterschiedlichen Communities innerhalb und außerhalb einer Verwaltung eine Plattform zu geben und sie interdisziplinär als Moderatorin und Impulsgeberin zu bestimmten Projekten zusammenzubringen.

Ziel muss es sein, im Zusammenspiel von Verwaltung und Communities das Wir-Gefühl zu stärken und das kreative Potenzial aller Menschen und aller Unternehmen sowie Organisationen in der örtlichen Gemeinschaft zu nutzen, um die Lebens-, Arbeits- und Standortqualität gemeinsam zu erhalten oder zu verbessern. Wir sprechen dann von der Bürgerkommune.

Voraussetzung für den Erfolg ist, dass die Kommunalverwaltung als Garantin die technologischen Grundlagen schafft, damit Digitalisierung überhaupt funktionieren kann. Dazu gehören der Breitband- und 5G-Ausbau sowie die Entwicklung eines urbanen Datenraums.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Einbeziehung der Bürgerschaft, damit diese online wie offline aktiv bei der Entwicklung einer Digitalen Kommune mitwirkt (Citizen Science). Das fördert auf der einen Seite die Beteiligung und setzt auf der anderen Seite voraus, dass sich die Menschen in der örtlichen Gemeinschaft mit ihrer Stadt bzw. ihrem Dorf identifizieren und ein Interesse daran haben, diese gemeinsam zu entwickeln.

Im Rahmen der Diskussionen wurden viele Fragen aufgeworfen, auf die noch Antworten gefunden werden müssen. Die KGSt und andere Communities, z. B. der Verein Kommune 2.0,  werden den Meinungsaustausch fortführen.

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