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Open-Source-Plattform für die Öffentliche Verwaltung

BMI, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg testen die erste Ausbaustufe einer Plattform zum Austausch und zur Weiterentwicklung von Open-Source-Software für die Öffentliche Verwaltung. Auch Kommunen sollen davon profitieren. Das Vorhaben bettet sich ein in die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Digitale Souveränität und Cloud Computing (AG Cloud) beim IT-Planungsrat, die auch von der KGSt begleitet wird.

Mit dem Konzept der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS) (vgl. Entscheidung 2020/54 des IT-Planungsrats) wurde im vergangenen Jahr mit Vertretern von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und der Datenschutzkonferenz eine strategische Grundlage geschaffen, um bestehende föderale Cloud-Lösungen interoperabel und modular zu gestalten. Die Strategie wurde im Oktober 2020 durch den IT-Planungsrat beschlossen – der Ausgangspunkt für eine übergreifende, agile und gemeinsame Umsetzung.

Der Start der Umsetzung erfolgt mit dem Pilotprojekt zum Aufbau einer übergreifenden Open-Source-Plattform der Öffentlichen Verwaltung. Mit der Plattform soll es für Bund, Länder und Kommunen einfacher werden, Open-Source-Software wiederzuverwenden und gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Nutzung von Open-Source-Software ist ein Baustein für die Stärkung der Digitalen Souveränität. Dies betrachtet auch die KGSt in dem aktuellen Projekt "Open Source in Kommunen".

Die Open-Source-Plattform ist eine Voraussetzung dafür, dass eine verstärkte, ebenenübergreifende aber auch interkommunale Zusammenarbeit im Kontext von Open Source gelingen kann. Zu diesem Zweck bietet die Plattform unter anderem Bereiche zur Suche nach passenden Open-Source-Lösungen (Lösungsverzeichnis), Ablage und Verwaltung von Quellcode (Code Repository) sowie zur Kollaboration (Entwicklungsumgebung mit Diskussionsforum, Ticketsystem etc.).

Die Durchführung des Projekts zur Pilotierung der Open-Source-Plattform erfolgt gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Nordrhein-Westfalen, dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg sowie der baden-württembergischen IT-Dienstleisterin Komm.ONE.

Als erstes Umsetzungsergebnis wurde Ende März 2021 ein Minimum Viable Product (MVP) mit den Kernfunktionen der zentralen Open-Source-Plattform fertiggestellt. Auf Grundlage des MVP erfolgen derzeit die ersten Tests im Kreis der Projektpartner sowie die agile Weiterentwicklung der Plattform.

Ab Ende Juni 2021 ist die schrittweise Bereitstellung einer Pilotversion für weitere Beteiligte aus Bund, Ländern und Kommunen vorgesehen. In späteren Ausbaustufen soll die Open-Source-Plattform – soweit möglich – auch Akteuren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, z. B. freien Open- Source-Entwicklerinnen und -Entwicklern oder Start-ups.

Die KGSt wird diese Entwicklungen im Rahmen ihrer Arbeit in der AG Cloud und im Austausch mit den beteiligten Akteuren weiter aktiv begleiten. Ziel ist aus kommunaler Sicht eine nachhaltige Zusammenarbeit im gesamten Open-Source-Ökosystem. Daneben gilt es, eine Open-Source-Governance in Kommunen zu etablieren. Das aktuelle Berichtsprojekt wird weiter dahingehende Fragen adressieren.

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