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Umsetzungsstand des OZG nach der 31. Sitzung des IT-Planungsrats

Wenn Sitzungsunterlagen inklusive referenzierender Anlagen ein Volumen von mehr als 350 Seiten aufweisen, ist anzunehmen, dass es viel zu berichten gibt. Das ist quantitativ auch der Fall. Doch es waren nicht nur Erfolgsmeldungen, die in der 31. Sitzung des IT-Planungsrats am 25. März 2020 in Halle/Saale erörtert wurden. Darüber informierte bereits der "Behörden Spiegel" in seinem Newsletter Nr. 996 im April 2020 unter dem Titel "OZG: Portalverbund wird zur Suchmaschine abgespeckt".

Positiv ist festzuhalten, dass das OZG-Programmmanagement, bestehend aus dem BMI und der FITKO, im Zuge des Übergangs von der Planungs- in die Umsetzungsphase diverse Maßnahmen initiiert hat. Der Fokus liegt auf Information, Monitoring und Nachnutzung.

Eine der Kern-Herausforderungen in allen Laboren ist die Transformation der Click-Dummies, die überwiegend als papiergebundene Ergebnisse vorliegen, in webfähige Formate. Allerdings treten an diesem Punkt, wo es auf Details ankommt, oftmals Hindernisse auf, die im Vorfeld nicht erkenn- oder planbar waren.

Das zeigt sich am deutlichsten an der beschlossenen Funktionsreduzierung des "Online Gateway Portalverbund". Weder miteinander kommunizierende Diensteverzeichnisse (Register), noch eine Datensychnronisation, noch eine Ergebnissteuerung auf Docker-Basis (bundesweit einheitliche Software) werden umgesetzt; zumindest eine einheitliche Suchmaschine bleibt.

Offen bleibt auch an dieser Stelle, ob am Portalverbund später nachgebessert wird, um seine ursprünglich geplante Form irgendwann zu erreichen. Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig, jedoch zumeist mit hoher technischer Komplexität, verspäteten Konzepten (Sicherheits- und Berechtigungskonzept) in Verbindung mit hohem Personalaufwand umschrieben.

Derzeit ist noch nicht genau absehbar, was diese Entscheidung für die Kommunen konkret bedeutet.

Vielmehr stellen sich jetzt Fragen, die eigentlich mit dem Portalverbund geklärt sein sollten:

  • Wie wirkt sich diese Entscheidung auf die Funktionalität der interoperablen Nutzerkonten aus? Was nützt eine eindeutige Schlüsselung/Authentifizierung auf eine Nutzerin/einen Nutzer, wenn daraus kein transaktionsbezogener (einmaliger) Zugriff auf Register und Dienste möglich ist?
  • Muss jetzt jede Kommune selbst für eine Synchronisierung von Daten sorgen, wenn sie beispielsweise im Backend nicht alle E-Government-Leistungen selbst erbringt, sondern die E-Payment-Funktion als Serviceleistung aus einem Landesportal nutzt?
  • Zudem bisher unbeantwortet: Wann sind diese Funktionen für die Kommunen (endlich) verfügbar?

In komplexen Systemen – und die förderal strukturierte öffentliche Verwaltung in Deutschland ist ein komplexes System – ist es nicht unüblich – das trifft auch für die Privatwirtschaft zu –, dass die reale Komplexität und Verwobenheit erst dann zu Tage treten, wenn bestehende Systeme verändert werden.

Das OZG ist in der Tat eine Veränderung, die mitunter an die Fundamente bestehender Systeme herangeht – und dort auch herangehen muss. Es ist allerdings schon erstaunlich zu beobachten, mit welcher Beharrlichkeit weiterhin versucht wird, "den Herausforderungen von morgen mit den Instrumenten von heute" zu begegnen.

Wir kämfen für Sie weiter um praxistaugliche und wirtschaftliche Lösungen! Sie haben konkrete Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Dann wenden Sie sich gerne an uns unter omim@kgst.de.

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