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Antrag auf Erteilung eines elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) bearbeiten_1505_LOK_Kreis Herford_1LK


Der elektronische Aufenthaltstitel (eAT) im Scheckkartenformat mit zertifiziertem Chip wurde am 1. September 2011 eingeführt. Auf dem kontaktlosen Chip im Karteninneren sind die biometrischen Merkmale (Lichtbild und zwei Fingerabdrücke), Nebenbestimmungen (Auflagen) und die persönlichen Daten gespeichert. Zusätzlich enthält der Chip die Möglichkeit einen elektronischen Identitätsnachweis sowie eine qualifizierte elektronische Signatur zu nutzen. Zur Einführung des eAT wurden alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet. Grundlage hierfür sind die EU-Verordnungen Nummer 1030/2002 und Nummer 380/2008. Der eAT muss schriftlich bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden. Je nach Grund des Aufenthalts des Ausländers/Antragstellers (zum Beispiel Studium, Ehe) wird dort entschieden, welcher Aufenthaltstitel erteilt werden soll. Nach dem Aufenthaltsgesetz sind dies die Aufenthaltserlaubnis (§ 7), die Blaue Karte EU (§ 19a), die Niederlassungserlaubnis (§ 9) oder die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG (§ 9a). Für Angehörige bestimmter Staaten (Australien, Israel, Japan, Kanada, Republik Korea, Neuseeland, USA sowie Staatsangehörige von Andorra, Honduras, Monaco und San Marino, die keine Erwerbstätigkeit mit Ausnahme der in §17 Abs. 2 AufenthV genannten Tätigkeiten ausüben wollen) gilt die Vergünstigung visumfrei in das Bundesgebiet einreisen zu können und den erforderlichen Aufenthaltstitel innerhalb von drei Monaten nach der Einreise bei der zuständigen Ausländerbehörde zu beantragen (§ 41 AufenthV). Im nächsten Prüfschritt wird entschieden, welche Unterlagen neben dem Antrag für den jeweiligen Aufenthaltstitel zusätzlich erforderlich sind. Bei erstmaliger Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung oder eines Aufenthaltstitels hat der Ausländer nach §44 Aufenthaltsgesetz einen Anspruch auf die einmalige Teilnahme an einem Integrationskurs. Bei Sprachdefiziten, Bezug von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch oder im Fall einer besonderen Integrationsbedürftigkeit ist die Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtend und wird dem Antragsteller durch die Ausländerbehörde auferlegt (§ 44a AufenthG). Der eAT wird durch die Bundesdruckerei GmbH in Berlin produziert und durch die zuständige Ausländerbehörde persönlich an den Antragsteller ausgegeben.
Der eAT kann auch verlängert werden (Prozessablauf identisch mit Ersterteilung außer der Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs).
Bei Ablauf des Passes, bei Passverlust oder inhaltlichen Änderungen im Pass kann der eAT übertragen werden (Prozessablauf identisch mit Ersterteilung, inhaltlich wird nur der Pass überprüft).


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