Webcontent-Anzeige

Flüchtlingsmanagement: Risiken und Steuerungsmaßnahmen für Kommunen

Szenarienanalyse zum kommunalen Flüchtlingsmanagement

Mit der Methode des Risikomanagements hat die KGSt mit ihren Partnern "Weisse und Kollegen (W&K)" sowie der Firma NARIS eine Analyse für das kommunale Flüchtlingsmanagement durchgeführt.

Dabei wurden die wesentlichen Akteure aus Städten, Kreisen und Gemeinden nach ihren Herausforderungen und Problemlagen befragt. Die so entwickelten Risiken wurden dann von einer interdisziplinären Expertengruppe aus der Praxis bewertet. Anschließend wurden Maßnahmen zur Steuerung der schwerwiegendsten Risiken erarbeitet. Die Risiken und Maßnahmen stehen in einer Online-Datenbank für alle KGSt®-Mitglieder kostenlos zur Verfügung. Hier kann jede Kommune die Risiken und die Maßnahmen auf ihren individuellen Bedarf hin anpassen und erweitern.

Risikomanagement und Flüchtlinge? Im Rahmen der aktuellen Flüchtlingssituation von Risiken zu sprechen, birgt die Gefahr, missverstanden zu werden. Die KGSt stellt daher deutlich klar, dass nicht die Flüchtlinge das Risiko darstellen. Vielmehr ist es die Situation, die entsteht, wenn keine adäquaten Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden.

Die aktuelle Flüchtlingssituation wird auf kommunaler Ebene neben den Herausforderungen und Problemen auch vielfältige Chancen entfalten. Dennoch konzentrieren sich die Ergebnisse bewusst auf die zu steuernden Risiken, um eine kurzfristige Hilfestellung zu bieten.

Insgesamt sehen die befragten Kommunen, Landkreise sowie weitere öffentliche Aufgabenträger in der Flüchtlingssituation 34 Risiken für die kommunale Daseinsvorsorge. Als besonders relevant wurden folgende zehn identifiziert:

  • Flüchtlinge haben keine Beschäftigungs-/Arbeitsmöglichkeit
  • Es entsteht eine ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen in der Bevölkerung
  • „„Kinder/Jugendliche haben erschwerte Bedingungen für den Bildungserwerb „„
  • Kernprozesse des Flüchtlingsmanagements sind zu komplex und zeitaufwändig
  • Belastungsgrenze der Aufgabenträger ist erreicht bzw. überschritten; die Einschränkungen treffen weite Teile der Handlungsfelder „„
  • Grundbedürfnisse (Privatsphäre, Schlafen, Sanitär) der Flüchtlinge können nicht mehr ausreichend sichergestellt werden
  • „„Es stehen nicht ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten bzw. Wohnraum für Anschlussunterbringung zur Verfügung „„
  • Zusatzbelastungen schränken die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen erheblich ein „„
  • Komplexe Rechtslage der unterschiedlichen Regelungsbereiche führt zu Unsicherheit und Handlungserschwernissen bei allen beteiligten Akteuren (Verwaltung, ehrenamtliche Helfer, Partnerorganisationen, Flüchtlinge, ...) „„
  • Soziale Segregationsprozesse in Stadtteilen nehmen zu (Ghettoisierung, Parallelgesellschaft)

Für diese zehn Risiken wurden über 90 Steuerungsmaßnahmen erarbeitet. Diese wurden in eine webbasierte Datenbank eingepflegt, die zur Steuerung der Flüchtlingssituation genutzt, auf den Bedarf vor Ort angepasst und individuell erweitert werden können. Die Steuerungsmaßnahmen werden seitens der KGSt stetig auch um die Lösungen aus der Sammlung der guten Beispiele ergänzt. Zudem werden die Maßnahmen der Kommunen, die die Online-Datenbank nutzen, für alle anderen Kommunen sichtbar sein, sodass ein großes Maßnahmenportfolio entstehen wird.

Ein weiterer Schwerpunkt des hier vorgestellten Projektes liegt auf der Vermittlung der angewandten Methode und der Vorwegnahme der Arbeiten, die vor Ort nicht mehr durchzuführen, sondern höchstens weiterzuentwickeln sind, wie die Befragung und die Identifikation der Akteure. Es wird eine Vorgehensweise aufgezeigt, die schnell, einfach und dialogorientiert in Kommunen angewendet werden kann, um vor Ort zu konkreten und praxisnahen Ergebnissen für die kommunale Daseinsvorsorge im Flüchtlingsmanagement zu kommen. Die inhaltlichen Ergebnisse des Projekts in Form der identifizierten Herausforderungen und Steuerungsmaßnahmen können zwar durchaus eine erste Orientierung bieten. Sie sind aber immer vor dem Hintergrund der lokalen Situation zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Webcontent-Anzeige
Bildnachweis: Immigration people © route55 www.fotolia.com