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Risikomanagement

Das kommunale Handeln, das durch Steuern, Gebühren und Beiträge der Bürgerinnen und Bürger finanziert wird, bewegt sich keinesfalls auf einer sicheren Grundlage. Zwar stehen Gemeinden, Städte und Landkreise im Gegensatz zu privatwirtschaftlichen Unternehmen nicht latent unter dem Risiko der Bestandsgefährdung. Zur Aufrechterhaltung ihrer Leistungsfähigkeit und stetigen Aufgabenerfüllung müssen sie ihre Risiken aber ebenso verantwortlich überwachen und steuern.

Risikomanagementsystem

Ein strukturierter Umgang mit Risiken ist in der Privatwirtschaft u. a. durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) gesetzlich vorgeschrieben. Auch bei vielen Entscheidungen auf kommunaler Ebene werden Risikobetrachtungen seit jeher in unterschiedlichster Form durchgeführt.

Konkrete Bestimmungen zum Umgang mit Gefahren und Risiken sind beispielsweise im SGB XIII – Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, den Arbeitsschutzgesetzen oder den Vorschriften zur Lageberichterstattung im reformierten Haushalts- und Rechnungswesen zu finden. Insofern sind Risikobetrachtungen im öffentlichen Sektor eigentlich nichts Neues. Neu ist hingegen der geordnete und strukturierte Umgang mit Risiken in einem einheitlichen System für die Gesamtverwaltung.

Risiken sind hierbei alle Ereignisse innerhalb und außerhalb der Verwaltung, die sich ungünstig auf die kommunale Zielerreichung auswirken können. Ziel eines kommunalen Risikomanagements muss es daher sein, durch systematisches Vorgehen Entscheidungen möglichst weit aus dem Bereich der Unsicherheit – und damit aus dem Risiko – herauszuführen.

Neben dem bewussten Umgang mit Chancen und Risiken soll ein strukturiertes Risikomanagement auch zu einer verbesserten Verwaltungssteuerung beitragen. Welche Risiken dabei als wesentlich erachtet werden, ist Ausdruck der jeweiligen Risikokultur und des Risikobewusstseins.

Durch die Einbindung in bestehende Zielfindungs-, Entscheidungs- und Steuerungsmechanismen kann die Informationsbasis als Grundlage für kommunale Entscheidungen weiter optimiert werden. Hierzu weist ein kommunales Risikomanagementsystem folgende Elemente auf:

  • Das Risikofrüherkennungssystem dient der Identifikation, Bewertung und bewussten Steuerung von Risiken und sollte frühzeitig in allgemeingültiger Art und Weise darauf aufmerksam machen, wenn kommunale Risiken die angestrebten Ziele negativ beeinflussen können.
  • Das interne Kontrollsystem (IKS) sorgt dafür, dass mögliche Prozessrisiken durch geeignete – und dem Risiko angemessene – Kontrollaktivitäten positiv beeinflusst werden. Dabei sind die Kontrollaktivitäten keineswegs auf Prozesse im Finanzwesen beschränkt. Sie sollten vielmehr überall dort systematisch und strukturiert durchgeführt und dokumentiert werden, wo risikorelevante Prozesse vorhanden sind.
  • Aufgabe des Controllings ist es, die Führungsverantwortlichen bei der Zielsetzung, Planung und Ressourcensteuerung zu beraten, Abweichungen zu analysieren und die relevanten Sachverhalte für Entscheidungen aufzubereiten. In direktem Zusammenhang damit steht die Beobachtung von Risiken, die eine Zielerreichung möglicherweise gefährden könnten.
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