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Stellenbewertung aus dem FF und

Was hat das britische Unterhaus mit Stellenbewertung zu tun?

Das Motto des KGSt®-Kongresses "Stellenbewertung aus dem FF" war bewusst doppeldeutig gewählt. Die 248 Teilnehmenden sollten ihr Wissen vertiefen können, um Stellen richtig gut zu bewerten. Andererseits standen Bewertungen im Bereich Führung und Feuerwehr im Fokus.

In vier Workshops eröffneten Kolleginnen und Kollegen aus Köln, Kiel, Frankfurt und Mannheim tiefe Einblicke in die Herausforderungen heutiger Führungsstellen. Die Live-Interviews einer Verwaltungsleiterin Bibliothek, einer Abteilungsleiterin Hilfe zur Pflege, eines IT-Sicherheitsbeauftragten und eines Abteilungsleiters Feuerwehr illustrierten das breite Spektrum kommunalen Handelns.

Ein Höhepunkt war das Freischalten der neuen
KGSt®-Datenbank 2.0. Norbert Ottersbach, Vertreter des Vorstands der KGSt, und Dr. Thorsten Falk, Geschäftsführer von PICTURE, erhielten viel Lob, weil die Bewertungsexperten das neue Instrument sehnlichst erwartet hatten.

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 Im Bild (von links): Norbert Ottersbach und Dr. Thorsten Falk Im Bild (von links): Norbert Ottersbach und Dr. Thorsten Falk

Die Neuentwicklung lässt künftig Stellenbewertungen sowohl nach dem Bewertungsmodell der KGSt als auch nach den Tarifmerkmalen des TVöD zu. In beiden Bewertungswelten können in Zukunft komplette Bewertungen eingesehen werden.

Das Nutzen (= Herunterladen) von Stellenbeschreibungen und Bewertungsbegründungen aus dem KGSt®-Portal hilft vor Ort den Anwendern und den Führungskräften. Das Spenden (= Upload) von Stellenbewertungen – natürlich anonymisiert – aus den Mitgliedskommunen in die KGSt®-Datenbank 2.0 stärkt den Solidargedanken.

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 KGSt®-Datenbank Stellenbewertung Version 2.0 KGSt®-Datenbank Stellenbewertung Version 2.0

So findet ein stetiger Austausch auch zu seltenen Stellenbewertungen statt und für alle wird ein Mehrwert generiert. Bis zum KGSt®-FORUM 2020 werden weitere Optimierungen mittels Workflows, Schlagwortsuche/-vergabe, Textbausteinen etc. folgen.

Besonders spannend wurde es, als Norbert Ottersbach über die Zukunft der Stellenbewertung in agilen und digitalen Zeiten sprach. Im zweiten Teil des KGSt®-Berichts 7/2019 geht es nämlich nicht um die Feuerwehr, sondern um Stellenbewertung in neuen Arbeitswelten. Die digitale Transformation und New Work sind in der Verwaltung angekommen, deren Ansätze auch bei Stellenbewertungen berücksichtigt werden (wollen).

Die Bewertungsexperten werden zunehmend gefragt, ob der öffentliche Dienst neue Bewertungssysteme und Bewertungsmerkmale benötigt. Hier gibt der KGSt®-Bericht 7/2019 ab Seite 31 wertvolle Hinweise im Zusammenhang mit der Stellenbewertung.

Agile Arbeitsmethoden erfordern ein hohes Maß an Selbständigkeit. Anforderungen an Selbstmanagement beim Einzelnen und bei den Teams steigen. Entwicklungschancen müssen auch unterhalb der Führungsebene etabliert werden. Product Owner, Scrum–Master, Projektlotsen sind neue Rollen in einer transformierten Arbeitswelt, aber regelmäßig keine leitenden Funktionen im Sinne des KGSt®-Gutachtens 1/2009 (Ausführungsverantwortung).

New Work und agiles Arbeiten verändern Organisationsstrukturen und Prozesse. Das Führungsverständnis wandelt sich und die Haltung der Führungskräfte. Die individuelle, fachliche Entwicklung der Beschäftigten mit passenden Führungsinstrumenten ist zu fördern. Kollaboration, selbstorganisierte Teams, Partizipation, Lernkultur und Vorbildfunktion wirken auf die Führung. (Leitungsverantwortung).

Alle waren sich einig, die künftigen Herausforderungen in "Lessons Learned Stellenbewertung" zu vertiefen. Während Rechtsprechung und Kommentare bei den Tarifmerkmalen zu berücksichtigen sind, kann die Flexibilität des KGSt®-Modells in Zeiten von New Work bei den einzelnen Bewertungsmerkmalen genutzt werden.

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 Der Der "Bewertungsbrexit" machte den Teilnehmenden sichtlich Spaß.

Was hat das britische Unterhaus mit Stellenbewertung zu tun?

Die zuweilen skurrilen Diskussionen in London dienten beim 7. KGSt®-Kongress Stellenbewertung in Dresden als Vorlage zu einem Pro und Kontra zum Sinn von Stellenbewertungen. Wie sähe das Bewertungsgefüge in einer Verwaltung ohne Bewertungssystem oder ohne Tarifmerkmale aus? Chaos, freies Verhandeln von Gehältern oder Zulagen zu einer Grundbewertung? Oder sachgerechte Bewertungsstruktur mit der nötigen Flexibilität und dem Berücksichtigen von lokalen Besonderheiten?

Die intensive Interaktion ermöglichte den Teilnehmenden Argumente auszutauschen und sich selbst auch einmal zu hinterfragen.

Abgerundet wurde das inhaltsreiche Programm durch die Bewertungsempfehlungen im Bereich Feuerwehr (KGSt®-Bericht 7/2019). Über 250 Bewertungen sind ab sofort in der KGSt®-Datenbank enthalten.

Führungskräfte erhalten Hinweise zu Aufgaben und Verantwortungsbereichen. Die kompletten Stellenbeschreibungen dienen als Orientierung und helfen ungeübten Kolleginnen und Kollegen. Organisatoren können sich ein umfassendes Bild machen und die Bewertungsempfehlungen mit den Verhältnissen vor Ort abgleichen.

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 Die Dresdner Frauenkirche Die Dresdner Frauenkirche

Die Nachfrage lässt sich an den enormen Downloadzahlen ablesen – nach nur 14 Wochen seit dem Erscheinen schon 5 600 Downloads. Fast 300 Teilnehmende wurden in Infotagen in die Herausforderungen und die Bewertung bei der Feuerwehr eingeführt.

Intensiv wurde auf dem 7. KGSt®-Kongress Stellenbewertung die "Plus-Stufe beim Grad der Erfahrung" erörtert, die mit Blick auf die KGSt®-Systematik eine Wertschätzung des Einsatzdienstes bei der Feuerwehr legitimiert.

Am Abend diente das sächsische Gelage im Pulverturm neben der Frauenkirche dem Netzwerken und dem bilateralem Austausch. Alle freuen sich auf den 8. KGSt®-Kongress Stellenbewertung vom 22. bis 23. Juni 2020 in Berlin. Merken Sie sich den Termin gerne schon einmal vor!

Mit knapp 250 Teilnehmenden war die Veranstaltung in Dresden ausgebucht.

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Bildnachweise
Megafon – Aktuelles © Zerbor www.fotolia.com
Dresdner Frauenkirche © Sergey Novikov www.stock.adobe.com