Webcontent-Anzeige

Wertschätzung ist ein Tu-Wort!

Ideen für eine Kultur der Wertschätzung in der Stadtverwaltung Konstanz

Insgesamt bekommt die Stadtverwaltung Konstanz als Arbeitgerberin gute Noten von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – das ergab eine Befragung im Jahr 2018. Jedoch: 46 Prozent der  Mitarbeitenden sind unzufrieden oder sehr unzufrieden mit der Wertschätzung für ihre Arbeitsleistung. Deshalb ging eine Projektgruppe der Frage nach: Was heißt für uns Wertschätzung und was können wir tun für mehr Wertschätzung in unserer Verwaltung?

"Wertschätzung ist, wenn ich von oben Anerkennung bekomme" – damit wird ein häufiges Alltagsverständnis von Wertschätzung auf den Punkt gebracht. Das ist jedoch nur ein Aspekt von Wertschätzung.

Die Analyse der Projektgruppe, bestehend aus Personalrat, Chancengleichheitsstelle, Schwerbehindertenvertretung und Personalentwicklung, ergab drei Aktionsfelder:

  • Kollegiale Wertschätzung
  • Wertschätzende Führung
  • Organisationale Wertschätzung.

Mit einer Broschüre und einer Plakatserie startete die Stadt Konstanz eine Kampagne für Wertschätzung in der Verwaltung. Wertschätzung kommt nicht von alleine, sie ist eine Aufgabe für jede einzelne Person innerhalb einer Organisation. Der Slogan "Wertschätzung ist ein Tu-Wort" fordert dazu auf, selbst für Wertschätzung im Arbeitsalltag zu sorgen.

In der Broschüre findet sich eine Checkliste für Kolleginnen und Kollegen zur Überprüfung des  Wertschätzungsgrads des eigenen kollegialen Verhaltens. Auch für Führungskräfte gibt es eine Checkliste zum eigenen Führungsverhalten. Führungskräfte, die Interesse an einem direkten Feedback zu ihrem wertschätzenden Verhalten haben, können ihre Mitarbeitenden bitten, die Checkliste ausgefüllt zurück zu geben. Die Wertschätzende Organisation ist ein weiteres Thema der Broschüre.

Auch wenn die Stadt sich bei der Bezahlung an den Tarifvertrag halten muss, hat sie vielfältige Möglichkeiten, die Wertschätzung für die Mitarbeitenden organisatorisch und auch materiell zum Ausdruck zu bringen.

Im September 2019 wurde vom Gemeinderat ein ganzes Paket an freiwilligen Leistungen für die Mitarbeitenden beschlossen, zum Beispiel das JobRad sowie deutlich höhere Zuschüsse zum ÖPNV, zum Mittagessen, zum Betriebsausflug und zur Weihnachtsfeier.

Wegen Corona können einige dieser Maßnahmen nicht umgesetzt werden. Wertschätzung ist jedoch kein Luxus für fette Zeiten, sondern wird in Krisenzeiten umso wertvoller und wichtiger. Kollegiale Wertschätzung und wertschätzende Führung sind auch in Krisenzeiten der soziale Kitt, der die Organisation zusammenhält.

Es liegt an den Mitarbeitenden und an den Führungskräften, mit den Checklisten zu arbeiten. In den Teambesprechungen, in Mitarbeitergesprächen und auch beim Plausch in der Kaffeeküche sollte das Thema des wertschätzenden Umgangs miteinander regelmäßig auf die Tagesordnung kommen. Wertschätzung heißt nicht: "Wir haben uns alle lieb". Es heißt zum Beispiel, sich gegenseitig Feedback zu geben. Dann, wenn es rund läuft und ebenso, wenn man mit etwas nicht zufrieden ist.

Nur so kann gemeinsam erreicht werden, was sich alle wünschen: dass unsere Arbeit gesehen und anerkannt wird und dass wir als Menschen gesehen und geschätzt werden.

Webcontent-Anzeige
Bildnachweis: Megafon – Aktuelles © Zerbor Adobe.Stock