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Wirkungsorientierte Steuerung

Neue Veröffentlichung

Die Wirkung bzw. Wirksamkeit kommunaler Leistung ist in der kommunalen Fachdiskussion nicht neu. Zahlreiche Erfahrungen der KGSt zeigen aber auch, dass eine wirkungsorientierte Steuerung keineswegs bereits vielfach praktizierte Routine ist.

Ein Grundverständnis von "Wirkung" erschließt sich schnell, häufig werden bildliche Vorstellungen dafür genutzt: "Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aus Amerika, stammt die Erkenntnis, dass der Kunde eigentlich keine 10er-Bohrer kaufen will, sondern ein 10er-Loch für seinen Dübel. Will heißen nicht das Produkt ist das Wichtigste, sondern der Produktnutzen steht im Vordergrund" (Zitat im KGSt®-Bericht 15/1994, S. 32). KGSt®-Empfehlungen zur wirkungsorientierten Steuerung gibt es schon lange. In letzter Zeit werden sie wieder in den Berichten 6/2015 "Wege zur kommunalen Gesamtstrategie" (siehe vor allem S. 18ff.) und 1/2016 "Steuerung nachhaltiger kommunaler Sozialpolitik" (siehe vor allem S. 36ff.) aufgegriffen und vertieft. Darüber hinaus hat die KGSt ein Web-Tool entwickelt, das die Einführung einer wirkungsorientierten Steuerung strukturiert vereinfacht: den KGSt®-Wirkungsmonitor.

Jenseits des schnell greifbaren Grundverständnisses bleiben nach wie vor etliche Fragen zur Wirkung und Wirkungssteuerung. Diese Fragen greift Stefan Schneider in seiner vor kurzem erschienenen Veröffentlichung "Mehr Wirkungsorientierung in Kommunen" auf*. Der Autor geht der Frage nach, wie Kommunen stärker wirkungsorientiert gesteuert werden können. Er stellt zunächst fest, dass bisher vor allem die outputorientierte und nicht die wirkungsorientierte Steuerung im Vordergrund der Reformaktivitäten stand. Wirkungen werden von ihm allgemein als Folgen des Verwaltungshandelns bei den Adressaten der kommunalen Leistung, bei Dritten und in der Gesellschaft definiert. Er nennt Elemente wirkungsorientierter Steuerung, zeigt den Stand der Umsetzung und geht auf Beispiele ein. Ebenfalls beleuchtet er konzeptionelle Hintergründe, unter anderem das 3-E-Konzept und das Zielfeldkonzept der KGSt. Die bisherige Zurückhaltung der kommunalen Praxis bei der Umsetzung wirkungsorientierter Steuerung veranlasst den Autor zu einer eingehenden Analyse: Er nennt methodische Probleme und fehlende Instrumente zur Wirkungsmessung als Begründung dafür. Auch weist er auf die Grenzen der Steuerung sozialer Systeme hin, geht auf fachspezifische Besonderheiten ein und erwähnt die bisher eingeschränkte Nutzung von Informationen zur Wirkung, wenn sie vorliegen.

Er geht aber noch einen Schritt weiter und das macht die Veröffentlichung besonders aufschlussreich: Mit dem Hinweis, dass diese Begründungen die fehlende Umsetzung noch nicht ausreichend erklären können, verändert er die Betrachtungsperspektive. Nach eingehender Analyse nennt er folgende förderliche Faktoren, die in der Verwaltung vorliegen sollten, um wirkungsorientierte Steuerung verstärkt umzusetzen: ausgeprägte Strategieorientierung und Transparenz, dezentrale Verantwortungsstruktur, Flexibilität bei der Wahl der Mittel zur Zielerreichung und verfügbares Wissen und Kompetenzen. Mit Schlussfolgerungen für die kommunale Praxis und Anmerkungen zum weiteren Forschungsbedarf schließt die Veröffentlichung ab. Die Ergebnisse der Studie lassen sich vielfach mit Veröffentlichungen und Empfehlungen der KGSt verknüpfen, s. z. B. der erst jüngst von der kommunalen Praxis formulierte Bedarf an instrumenteller Unterstützung bei der Einführung und Umsetzung der strategisch orientierten Haushaltsplanung (vgl. KGSt®-Journal 02/2016, S. 13, Beitrag "Die Zukunft des kommunalen Finanzmanagements").

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Literatur/Aufsätze

Schneider, Stefan: Mehr Wirkungsorientierung in Kommunen. Bedingungen für eine veränderte politisch-administrative Steuerung. Berlin 2015 (Difu-Impulse 4/2015)


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