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Zukunftskongress Staat & Verwaltung 2018

Der Digitale Wandel findet in den Kommunen statt und muss mit ihnen zusammen gestaltet werden!

Der Zukunftskongress Staat & Verwaltung ist die Leitveranstaltung des öffentlichen Sektors für den digitalen Wandel. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. In den letzten fünf Jahren hat er sich als impulsgebender Branchenkongress etabliert – mit Unterstützung der KGSt als einer der Hauptpartner.

 Verena Bauer, Kathrin Seiter, Marc Groß, Anika Krellmann, Rainer Christian Beutel (von links nach rechts) Verena Bauer, Kathrin Seiter, Marc Groß, Anika Krellmann, Rainer Christian Beutel (von links nach rechts)

In diesem Jahr wurden auf dem Zukunftskongress neue Veranstaltungsformate eingeführt. Neben den sogenannten 360-Grad-Gesprächen zum Beispiel das Barcamp U30, das bereits im Vorfeld stattfand.  Am Barcamp U30 war auch die KGSt beteiligt. Hier ging es um Wissensmanagement, Führungskultur, Karrierewege und Bürgerorientierung. Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert brachte es anschließend auf  den Punkt: Die Lust, die Verwaltung zu gestalten, war den jungen Teilnehmenden anzumerken.

Zahlreiche Entscheidungsträger aus Bund, Ländern und Kommunen besuchten vom 18. bis 20. Juni 2018 den Kongress in Berlin. Klaus von Dohnanyi eröffnete ihn mit der Frage "Sind wir gespalten in eine hochmoderne Industrie und einen veralteten Staat?".

An Ideen, wie die Verwaltung effizienter gestaltet und der Bürger- und Unternehmensservice verbessert werden können, fehlte es – wie in den Vorjahren – nicht . Doch jetzt geht es darum, Dinge anzupacken die Wirkung zeigen, die einen tatsächlichen Mehrwert generieren und die umgesetzt werden. Dazu müssen Bund, Länder, Kommunen, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft nicht nur wollen, sie müssen auch gemeinsam aktiv werden. Dabei spielt die kommunale Ebene eine zentrale Rolle. Diese Schlüsselrolle hoben u. a. Staatssekretär Klaus Vitt, Bundesministerium des Innern, und Staatsministerin Dorothee Bär, Bundeskanzleramt, in ihren Reden explizit heraus. Auch hier darf es nicht nur bei Worten bleiben; es müssen Taten folgen - auch in Bezug auf den IT-Planungsrat.

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 Kathrin Seiter, Rainer Christian Beutel, Staatssekretär Klaus Vitt, Norbert Ottersbach (von links nach rechts). Bild: wegweiser media/Simone M. Neumann Kathrin Seiter, Rainer Christian Beutel, Staatssekretär Klaus Vitt, Norbert Ottersbach (von links nach rechts). Bild: wegweiser media/Simone M. Neumann

Auf der Fachausstellung war die KGSt auch in diesem Jahr vertreten und am Stand wurden unter dem Leitgedanken "Digitale Kommune: Steuern. Führen. Gestalten." viele spannende Gespräche geführt. Zudem brachte die KGSt in verschiedenen Veranstaltungen wichtige Impulse zu zentralen Managementfragen ein.

"Mit Projekten Deutschlands Zukunft gestalten – Das Aktionsprogramm für die öffentliche Verwaltung": KGSt-Vorstand Rainer Christian Beutel diskutierte auf dem Panel unseres Kooperationspartners GPM mit einer Reihe von Entscheidern, u. a. mit Christoph Verenkotte,  Präsident des Bundesverwaltungsamtes, und Dr. Anke Saebetzki, Abteilungsleiterin im Finanzressort der Freien Hansestadt Bremen.

Die Diskutanten waren sich darüber einig, dass die Bedeutung des Gelingens öffentlicher Projekte zunimmt. Zum einen wegen des enormen Investitionsbedarfs und zum anderen wegen der Notwendigkeit, Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten. Die Herausforderungen in der Personalgewinnung und -qualifizierung sind enorm. Es fehlen viele Fachkräfte und es bedarf vermehrt gezielter Qualifikation von Projektmanagern. Außerdem muss an der Verbesserung der Governance von Projekten gearbeitet werden.

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 Matthias Selle, Sirko Scheffler, Dr. Ariane Berger, Gerald Swarat, Renate Mitterhuber, Christoph Meineke, Marc Groß (von links nach rechts) Matthias Selle, Sirko Scheffler, Dr. Ariane Berger, Gerald Swarat, Renate Mitterhuber, Christoph Meineke, Marc Groß (von links nach rechts)

Über die Rolle und Verantwortung der Kreise im Zeitalter der Digitalisierung diskutierte Marc Groß, KGSt-Programmbereichsleiter Organisations- und Informationsmanagement, auf einer Veranstaltung von Kommune 2.0 u. a mit Christoph Meineke, Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen, Renate Mitterhuber, Geschäftsstelle des IT-Planungsrats, und Michael Selle, Mitglied des Verwaltungsvorstands der Landkreises Osnabrück.

Landkreise sorgen u. a. dort für Lebensqualität, wo Kommunen zu klein sind und/oder das große Ganze im Blick behalten werden muss. Das gilt auch für die Digitalisierung, die viele der rund 11 000 kreisangehörigen Kommunen in Deutschland nicht erfolgreich meistern werden. Es fehlen ihnen personelle und finanzielle Ressourcen sowie das notwendige Know-how. Hier kommt auf die Kreise eine noch stärkere Moderations- und Koordinierungsrolle auf Augenhöhe mit den kreisangehörigen Gemeinden zu. Dazu gehört es auch, sich von alten Denkmustern und Strukturen zu lösen.

Kompetenzen und Ressourcen müssen dort gebündelt werden, wo sie den größten Mehrwert bieten. Das ist bei der (digitalen) Daseinsvorsorge und der (digitalen) Wirtschaftsförderung sicherlich die Kreisebene. Dabei geht es stark um Örtlichkeiten und Vernetzung mit den lokalen Akteuren. Beim digitalen Verwaltungshandeln sollte hingegen vielmehr über landes- und bundesweite Prozesse nachgedacht werden - ohne dass dabei die Umsetzung ins Stocken gerät.

Darüber hinaus beteiligte sich Marc Groß auf dem Panel der GPM an dem Meinungsaustausch zum Thema "Rolle und Verantwortung von Führungskräften im kommunalen Projektmanagement". Im Mittelpunkt stand die Arbeit am gleichnamigen KGSt-Bericht, der im Sommer dieses Jahres veröffentlicht wird.

Erst die Prozesse, dann die Paragrafen – Rechtsetzung anders denken! Diese Forderung erörterte Dr. Gaby Beckmann, KGSt-Referentin im Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement, mit anderen Podiumsteilnehmenden im Zukunftsforum VIII.

Zunächst erläuterte Matthias Schmid, Referatsleiter im Justizministerium, die Schwierigkeiten eines Legisten bei der Erstellung der ersten Gesetzesentwürfe. Seine Erfahrung: Über die Methode der Prozessmodellierung gelingt es wesentlich leichter, die Normanwendung im Gesetzgebungsprozess mitzudenken. Dr. Gaby Beckmann bestätigte die systematische Lücke zwischen Gesetzgebung und Gesetzesvollzug und verdeutlichte die Konsequenzen für Kommunen. Jede Kommune muss einen eigenen Weg der Umsetzung finden, was zu enormen Vollzugskosten führt.

Mit dem Föderalen Informationsmanagement (FIM) könnte diese Lücke geschlossen werden. Die FIM-Methodik sieht vor, dass die vollziehenden Verwaltungen noch vor dem Inkrafttreten eines Gesetzes qualitätsgesicherte Informationen zu den Leistungsbeschreibungen, zu den Bearbeitungsprozessen und zu den Datenfeldern erhalten. Dabei könnte man an die Prozessmodelle aus der Gesetzgebung anknüpfen, der Umsetzungsaufwand würde erheblich reduziert, mit definierten Datenfeldern gäbe es die Grundlage für digitale Prozesse.

Das Fazit von Dr. Gaby Beckmann: Das FIM-Konzept liegt vor, es muss schleunigst zur Anwendung kommen!

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 Anika Krellmann Anika Krellmann

Über IT- Steuerung und IT-Services sowie neue Rollenbilder und Geschäftsmodelle zwischen den föderalen Ebenen und der Privatwirtschaft diskutierte Anika Krellmann, KGSt-Referentin im Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement, u. a. mit Dr. Ralf Resch, Geschäftsführer bei Vitako, und Roland Jabkowski, Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie in der Hessischen Landesverwaltung.

Informationstechnologien bilden eine wichtige Grundlage dafür, dass die Digitalisierung Fahrt aufnehmen kann - und zwar mit nutzerzentrierten Lösungen, die echte Mehrwerte schaffen. Doch wie muss sich die IT dafür aufstellen?

IT-Steuerung findet im "Ökosystem der Digitalisierung" statt. Immer mehr Akteure sind wichtige Stakeholder im IT-Geflecht der Kommunen: Bund, Länder, Kommunen, kommunale IT-Dienstleister und die Wirtschaft. Damit eine IT-Steuerung gelingen kann, ist ein klares und geteiltes Rollenverständnis umso wichtiger. Nur so ist es möglich, auf gemeinsame Ziele hinzuarbeiten, z. B. die Umsetzung des OZG.

Auch im Kontext des IT-Services sind Veränderungen im Zuge der Digitalisierung zu beobachten: Neue agile Prozesse und Methoden gewinnen an Bedeutung. Interdisziplinär besetzte Teams, die auch die Nutzer in die Entwicklung von Lösungen einbeziehen, fördern neue Formen der Zusammenarbeit im föderalen System und mit der Wirtschaft.

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 Marc Groß, Ramona Schumann, Manfred Ostermann, Dr. Michael Frehse, Sarah Brühl, Andreas Hemsing, Reinhold Harnisch, Henning Lühr, Manuel Slupina, Bettina Henrichs (von links nach rechts) Marc Groß, Ramona Schumann, Manfred Ostermann, Dr. Michael Frehse, Sarah Brühl, Andreas Hemsing, Reinhold Harnisch, Henning Lühr, Manuel Slupina, Bettina Henrichs (von links nach rechts)

Erstmalig beteiligte sich die KGSt mit einem Sonderforum am Zukunftskongress. Über das Thema "Gleichwertige Lebensverhältnisse und die Zukunft von Daseinsvorsorge und Bürgerservice in Stadt und Land" diskutierten Marc Groß und Bettina Henrichs, KGSt-Referentin, mit Ramona Schumann, Bürgermeisterin der Stadt Pattensen, Henning Lühr, Staatsrat in Bremen, Sarah Brühl, Projektleiterin Betzdorf.Digital, Manfred Ostermann, Landrat Heidekreis, Dr. Michael Frehse, Abteilungsleiter Heimat im BMI, Reinhold Harnisch, Vorstand Vitako, Manuel Slupina, Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, und Andreas Hemsing, Bundesvorsitzender der komba Gewerkschaft.

Der demografische Wandel wirkt sich vor Ort unterschiedlich aus: wo die Bevölkerung schwindet, dünnt die Daseinsvorsorge aus, wo Zuwachs zu verzeichnen ist, sind andere Lösungen gefragt. Die gute Nachricht der Podiumsteilnehmenden: es mangelt nicht an guten Ideen!

Die Digitalisierung eröffnet Möglichkeiten für innovative Mobilitätskonzepte oder neuartige Co-Working-Angebote. Diese fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schaffen eine urbane Offenheit und verbinden die Vorteile von Land- und Stadtleben. Aspekte wie ehrenamtliches Engagement, finanzielle Stabilität, ein arbeitsteiliges Vorgehen und eine attraktive Kommunalverwaltung selbst standen im Zentrum des Gesprächs.

Im Best-Practice-Dialog war die KGSt ebenfalls vertreten. Stephanie Vogel, KGSt-Referentin im Geschäftsbereich Beratung & Vergleiche, führte in den Dialog ein. Sie verwies auf die Bedeutung der Messung und damit Beobachtung der Entwicklung von Zahlen, Daten und Fakten im Bereich der Integrationssteuerung.

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 Dirk Andres, Katharina Disch, Norbert Ottersbach (von links nach rechts) Dirk Andres, Katharina Disch, Norbert Ottersbach (von links nach rechts)

Im Rahmen des Zukunftskongresses wurden die Preise für den 17. eGovernment-Wettbewerb verliehen. In der Kategorie "Bestes Modernisierungsprojekt" erhielt die Stadt Kaiserslautern den ersten Preis.  Dirk Andres und Katharina Disch nahmen diesen stolz von Jurymitglied Franz-Reinhard Habbel, Publizist und Autor, ehemaliger Beigeordneter und Sprecher des DStGB und Gründer Innovators Club in Empfang.

Die Stadt Kaiserslautern hatte sich mit der Steuerungssoftware "KLAR" (KaisersLautern – Analyse – Recherche) beworben. Das ganzheitliche Steuerungsinstrument für unterschiedlichste Verwaltungsdaten umfasst Softwarelösungen zur Aufbereitung von entscheidungsrelevanten Informationen, die von der Stabsstelle Zentralcontrolling in Eigenregie entwickelt wurden.

Ein wichtiges Thema in den letzten Jahren war das Flüchtlingsmanagement. Dazu hat die Stabsstelle einen "Asylcube" entworfen, der praktisch aufzeigt, wie die Datenqualität durch eine stärkere Digitalisierung verbessert werden kann.

Die Stadt Kaiserslautern wird sich in Zukunft mit dem Thema Integrationsmonitoring befassen. Ziel ist es, mittel- und langfristig die Entwicklungen der Integrationsarbeit zu beobachten und durch Zahlen transparenter zu machen.

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